Mit Rückenwind in die Ausbildung

In wechselnden Gruppen setzten sich die Lernenden mit unterschiedlichen Aspekten ihrer Ausbildung auseinander. Bild: Jürg Gasser

Sektion Graubünden.  Zu Beginn des neuen Lehrjahres hat die Bündner Sektion des VSSM die neuen Lernenden zu einem gemeinsamen Auftakt nach Chur eingeladen. 55 Lernende erfuhren dabei viel Wissenswertes zu Lehre, Berufsschule und den überbetrieblichen Kursen.

Ziel des Lehrstarttages am 14. August an der IBW Höheren Fachschule Südostschweiz in Chur war es, den Einstieg in die Lehre zu erleichtern, die Lernenden frühzeitig zu vernetzen und zentrale Informationen zu Ausbildung und Rahmenbedingungen zu vermitteln. Nach Kaffee und Gipfeli eröffnete Sandra Püntener (Beratungsfirma Inavaunt) den Tag mit einer Vorstellungsrunde und der Klärung von Zielen und Erwartungen. So erhielten die 55 Jugendlichen gleich zu Beginn Raum für ihre Fragen rund um den Start ins Berufsleben.

Im Anschluss hielt Pierpaolo Lorenzetto vom Amt für Berufsbildung Graubünden ein Inputreferat zum Thema «Meine Rechte in der Lehre». Er zeigte auf, welche Rechte und Pflichten Lernende haben, worauf beim Lehrvertrag zu achten ist und an wen sie sich bei Unsicherheiten oder Konflikten wenden können. Den Hauptteil des Tages bildete ein Workshop-Karussell. In wechselnden Gruppen setzten sich die Lernenden mit unterschiedlichen Aspekten ihrer Ausbildung auseinander. Remo Püntener, Präsident des VSSM Graubünden, erläuterte die Erwartungen der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner und zeigte zentrale «Dos and Don’ts» im Arbeitsalltag auf – von Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bis hin zu sorgfältigem Umgang mit Material und Maschinen.

Ohne Schule geht es (halt) nicht

Einen praxisnahen Einblick in die überbetrieblichen Kurse, das Qualifikationsverfahren (QV) und Wettbewerbe gaben Frank Tonello, Kursleiter VSSM GR Samedan, sein Stellvertreter Gian Hartmann und üK-Koordinatorin Monika Heinz. Sie erklärten Aufbau und Bedeutung der üK sowie die Chancen, die sich engagierten Lernenden durch Berufs- und Fachwettbewerbe bieten.

Damit auch der schulische Teil der Ausbildung im Fokus bleibt, gaben die Gewerbeschullehrer Riccardo Dasoli (Davos/Chur) und Michael Schlegel (Ilanz) Inputs zu Lerntechniken, zur Organisation in der Berufsschule und zum sinnvollen Einsatz digitaler Hilfsmittel. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit schwierigen Situationen in der Lehre. Sandra Püntener besprach mit den Jugendlichen, wie sie mit Konflikten und mit eigenen Unsicherheiten konstruktiv umgehen sowie rechtzeitig Unterstützung holen können.

KI verantwortungsvoll einsetzen

Den Blick in die Zukunft des Lernens richtete schliesslich Romano Lanfranchi, Gewerbeschullehrer in Samedan, mit seinem Workshop «KI in der Lehre». Er zeigte, wie künstliche Intelligenz im Berufs- und Schulalltag unterstützend eingesetzt werden kann, etwa beim Wiederholen von Lernstoff oder bei der Vorbereitung von Berichtsheften. Lanfranchi machte zugleich deutlich, wie wichtig Eigenverantwortung und eine sorgfältige Nutzung solcher Tools sind.

Beim anschliessenden Apéro begrüsste Paul Engler, Geschäftsführer Graubünden Holz, die angehenden Fachkräfte, stellte Graubünden Holz und die regionale Holzkette vor und verabschiedete die Lernenden mit einem kleinen Geschenk.

Mit dem neuen Format setzt der VSSM Graubünden ein klares Zeichen für eine gut begleitete, qualitativ hochwertige Schreiner-Grundbildung und stärkt den gemeinsamen, strukturierten Einstieg in die Berufswelt.

www.vssm-gr.ch

Jürg Gasser, VSSM Graubünden

Veröffentlichung: 27. August 2026 / Ausgabe 35/2026

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