Nacht der offenen Türen


Volles Haus: In der Schreinerei Tschudin standen die Menschen Schlange, um mehr über die Produktionsprozesse zu erfahren. Bild: Noah Gautschi


Volles Haus: In der Schreinerei Tschudin standen die Menschen Schlange, um mehr über die Produktionsprozesse zu erfahren. Bild: Noah Gautschi
Industrienacht. Mit über 20 000 Besucherinnen und Besuchern hat die Industrienacht Regio Basel erneut gezeigt, wie gross das Interesse an Einblicken in Produktion und Handwerk ist.
Die Industrienacht Regio Basel hat sich innert weniger Jahre zu einem festen Termin im Kalender entwickelt und zeigte auch in ihrer vierten Ausgabe eindrücklich, wie gross das Interesse an industriellen Arbeitswelten ist. Mit 20 300 Besucherinnen und Besuchern verzeichnete die Veranstaltung am 24. April einen neuen Rekord und bestätigte damit ihren Anspruch, Industrie greif- und erlebbar zu machen. Über 50 Unternehmen öffneten ihre Türen und boten mit mehr als 230 Rundgängen und Workshops einen seltenen Blick hinter die Kulissen von Produktion, Forschung und Handwerk.
Besonders spannend waren die Einblicke in Betriebe, die das Material Holz und dessen Verarbeitung ins Zentrum stellten. Die Schreinerei Tschudin AG nutzte die Industrienacht, um ihre über 90-jährige Geschichte mit moderner Fertigung zu verbinden. Besucherinnen und Besucher konnten nicht nur den Arbeitsalltag in der Werkstatt und in der Lehrlingsausbildung kennenlernen, sondern auch selbst Hand anlegen und ein eigenes Werkstück fertigen. Einen ergänzenden Zugang bot der Auftritt der Roser AG, die unter dem Titel «Baumgeschichten» den Werkstoff Holz aus einer anderen Perspektive beleuchtete. Hier stand weniger die klassische Verarbeitung im Vordergrund, sondern vielmehr das ganzheitliche Erleben des Materials.
Darüber hinaus zeigte die Industrienacht die enorme Bandbreite der Basler Industrie. Publikumsmagnete wie Novartis und Roche gewährten Einblicke in hochkomplexe Laborwelten, während Unternehmen wie Weleda oder der FC Basel ihre eigenen, teils überraschenden Perspektiven auf Produktion und Organisation präsentierten. Gerade diese Vielfalt machte den Reiz der Veranstaltung aus: Vom global tätigen Konzern bis zum regional verankerten Handwerksbetrieb wurde ein breites Spektrum an Arbeitsrealitäten sichtbar.
Auch Angebote wie Offcut, wo Kreislaufwirtschaft praktisch erlebbar wurde, oder der Rundgang bei Götschi mit seinem umfangreichen Sortiment an Werkzeugen und Maschinen, unterstrichen die Nähe zur handwerklichen Praxis. Insgesamt bot die Industrienacht einmal mehr niederschwellige Zugänge zur Branche und schuf Raum für Austausch, Begegnungen und neue Perspektiven, um ein Berufsfeld im Kontext einer vielfältigen Industrielandschaft zu positionieren.
Noah Gautschi
Veröffentlichung: 28. April 2026
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