Neugierde behalten, Netzwerke pflegen

Die ausgezeichneten Schreinerinnen und Schreiner EFZ mit einer Note von 5,2 oder höher. Bild: VSSM SG

LAP St.Gallen. 85 Schreinerinnen und Schreiner EFZ sowie 13 Schreinerpraktiker EBA der Schreinerfachschulen Buchs und Flawil haben kürzlich ihren Lehrabschluss gefeiert. Die Feier in Knies Kinderzoo in Rapperswil stand unter dem Motto «Bildung gemeinsam denken». 

Besonders im Fokus der Abschlussfeier in Rapperswil-Jona standen die jungen Berufsleute mit sehr guten Abschlüssen. In der Kategorie EFZ erreichten Dominik Schad aus St.Gallen, Janick Bärtsch aus Heiligkreuz, Alfred Gasser aus Lichtensteig, Pablo Felix Rutz aus Andwil und Anna Windirsch aus Wattwil die Note 5,4.

Der «DenkWerk»-Award für den besten EFZ-Abschluss ging an Dominik Schad, der seine Lehre bei Koster AG Holzwelten in Arnegg absolvierte. In der Kategorie EBA erzielte Christof Bischof aus Lüchingen von der abc Verpackungen AG in Altstätten mit der Note 5,4 das beste Resultat und gewann ebenfalls den «DenkWerk»-Award. Alle Lernenden mit einer Note von 5,2 oder höher erhielten als Anerkennung ein Sackmesser.

 

Berufsbildung gelingt gemeinsam

Getragen wurde die Lehrabschlussfeier von der VSSM-Sektion Thur-Linth, vom Liechtensteiner Schreinerverband und vom Schreinerverband Kanton St.Gallen. Für Urs Hungerbühler, Präsident des Schreinerverbands Kanton St.Gallen, zeigte der Abend, was
Berufsbildung im Schreinerhandwerk ausmacht: Sie gelingt dann, wenn Lernende, Lehrbetriebe, Berufsbildnerinnen und Berufsbildner, Schule, Familien und Verbände am gleichen Strick ziehen. Das Miteinander sei nicht nur während der Lehre entscheidend, sondern auch später im Berufsleben, wenn Wissen geteilt, Lösungen entwickelt und das Handwerk weitergebracht werden.

 

Holz, Handwerk und Zusammenarbeit

Diesen Gedanken nahm auch Bruno Müller, Amtsleiter des Amts für Berufsbildung des Kantons St.Gallen, in seiner Ansprache auf. Holz sei ein Werkstoff mit eigener Struktur, eigener Geschichte und eigenen Eigenheiten. Gute Ergebnisse entstünden nicht zufällig: «Es braucht Wissen, Können, Sorgfalt und sicher auch viel Erfahrung.» Vor allem aber brauche es Menschen, die zusammenarbeiten. Sein Fazit an die Absolventinnen und Absolventen lautete: «Berufsbildung funktioniert am Schluss nur gemeinsam.» Den jungen Berufsleuten gab Müller drei Gedanken mit auf den Weg: neugierig bleiben, das Netzwerk pflegen und stolz auf das eigene Handwerk sein.

 

Zwischen Laptop, Werkbank und KI

Schulleiter Fabian Bertolo blickte auf eine Ausbildung zurück, die sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. Der Abschlussjahrgang EFZ gehöre zu jenen Klassen, die ihre Schulzeit bereits mit dem eigenen Laptop bestritten. Im Unterricht gehe es darum, eine gute Mischung zwischen digitalem und analogem Lernen zu finden. Auch die künstliche Intelligenz sei in der Berufsbildung angekommen. Entscheidend bleibe jedoch, die Werkzeuge sinnvoll einzusetzen, Ergebnisse kritisch zu prüfen und das handwerkliche Können weiterzuentwickeln.

 

Ausgleich gehört dazu

Dass neben der Lehre auch Ausgleich wichtig ist, zeigte der Abend ebenfalls. Moderator Philipp Langenegger sprach mit drei Lernenden über besondere Hobbys: mit der Schwarzpulverschützin Jenny Mosch, dem Fotografen Eleno Gallo und der Kunstradfahrerin Luana Lutz. Ihre Beispiele machten deutlich, dass Einsatz, Präzision und Leidenschaft nicht nur im Beruf zählen. So wurde die Feier zu einem Abend der Fähigkeitszeugnisse und Auszeichnungen und zu einem Zeichen dafür, was das Motto «Bildung gemeinsam denken» konkret bedeutet. Ralph Dietsche, VSSM St. Gallen

www.vssm-sg.ch

Veröffentlichung: 16. Juli 2026 / Ausgabe 29-30/2026

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