Nur wer handelt, erzeugt Wirkung

Daniel Furrer, Roger Kuratle, Markus Feusi, Barbara Hüsser, Martin Eisele und Thomas Kirchmann (v. l.) sorgten für eine spannende Podiumsdiskussion. Bild: Michi Läuchli

Branchentreff.  Der dritte «Netzwerk Holz Branchentreff» fand im Rahmen der Holz 2022 statt und behandelte das Oberthema «Die Materialbeschaffung - engere Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Anwender».

Nach der Begrüssung durch Antoine Vernez, Geschäftsleiter von Oertli Werkzeuge AG, eröffnete Silvia Furlan, Präsidentin HWS Holzwerkstoffe Schweiz, den dritten «Netzwerk Holz Branchentreff» im Rahmen der Holz 2022, mit einem Impulsreferat über die Rolle des Schweizer Holzwerkstoffhandels. Holz wird immer knapper, was den Handwerker und den Handel zusätzlich fordere. «Es sind alle Akteure der Holzwirtschaft in der Pflicht, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten», sagte Furlan.

Vertrauen und Partnerschaften

In der anschliessenden Podiumsdiskussion behandelten Roger Kuratle, CEO der Kuratle Group, Markus Feusi, CEO der Borm-Informatik AG, Martin Eisele, Inhaber und CEO von Brunex, Barbara Hüsser, Geschäftsführerin der Hüsser Innenausbau AG, und Thomas Kirchmann, Inhaber der Kirchmann Schreinerei, unter der Moderation von Daniel Furrer, Bereichsleiter Technik und Betriebswirtschaft beim VSSM, die Thematik, wie sich die Verknappung des Rohstoffes Holz auf die Wertschöpfungskette auswirke. Laut Barbara Hüsser hat sich die Situation momentan eher wieder normalisiert, jedoch sei man noch vorsichtig bei der Angabe von Lieferfristen. Auch Thomas Kirchmann sieht den Schreiner in der Pflicht, dass dieser seine Kundschaft viel offensiver aufklärt und von den Lieferanten genauere Liefertermine verlangt.

Mehraufwände minimieren

Laut Martin Eisele sei man in der Beschaffung vom Grundsatz «Just in Time» wieder vermehrt in Richtung Lagerhaltung gegangen. Um die dadurch erhöhten Aufwände im Bereich der Auftragsabwicklung abzufangen, forderte Markus Feusi eine bessere Abbildung des Informationsflusses. Hier könnten Mehraufwände verringert werden. Moderator Furrer wollte wissen, wo denn die Hürden für die praktische Umsetzung seien, obwohl die technischen Möglichkeiten doch vorhanden wären. Kirchmann sieht im agilen Markt ein enormes Risiko bei grösseren Lagerbestellungen. Hier sei dann die Software zentral, um die täglichen Verfügbarkeits- und Preisschwankungen einfach abrufen zu können. Deshalb sieht Roger Kuratle für die Schweiz als Hochpreisland ein funktionierendes Netzwerk als Schlüsselelement.

Wünsche der Teilnehmer

Zum Abschluss der Gesprächsrunde fragte Daniel Furrer die Gesprächspartner nach ihrem Wunsch an die Kunden und Zulieferer. Martin Eisele wünschte sich, dass durch die gelebte Partnerschaft schnellere Lösungen gefunden würden. Barbara Hüsser wünschte sich, dass der Kunde das Handwerk wieder mehr zu schätzen wisse. Markus Feusi wünschte sich ebenfalls, dass die Kultur der letzten Jahre weiterhin bestehen bleibe, und auch Roger Kuratle fordert Ehrlichkeit und Fairplay im Handwerk. Thomas Kirchmann wünschte sich abschliessend, dass das Handwerk auf dem Markt wieder den nötigen Stellenwert erhalte.

Der nächste «Netzwerk Holz Branchentreff» soll am 24. Januar 2023 in der Trauffer Erlebniswelt in Hofstetten bei Brienz BE stattfinden.

www.netzwerk.holz.ch/de

Noah Gautschi

Veröffentlichung: 20. Oktober 2022 / Ausgabe 42/2022

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