Orientierung für eine Branche im Wandel


Die diesjährige Swissbau zeigte wieder viel Handwerk und Innenausbau. Bild: Noah Gautschi


Die diesjährige Swissbau zeigte wieder viel Handwerk und Innenausbau. Bild: Noah Gautschi
Swissbau. Knapp 600 Aussteller und Partner präsentierten vergangene Woche ihre Produktneuheiten und Lösungen an der Swissbau. Erstmals war die Baufachmesse mit neu inszenierter Trendwelt Innenausbau sowie dem Swissbau Focus auch am Samstag geöffnet.
Die Swissbau, als führende Schweizer Plattform für Bau, Architektur und Immobilienbranche, zeigte sich dieses Jahr nicht nur als Produktschau, sondern zunehmend als Ort der Einordnung und des Dialogs. In einer Zeit, in der wirtschaftliche Zurückhaltung, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und ein zunehmender Fachkräftemangel den Alltag prägen, setzte die Messe bewusst auf Vernetzung, Wissenstransfer und praxisnahe Lösungsansätze.
Die Baufachmesse an der Messe Basel hatte vom Dienstag bis Samstag vergangener Woche ihre Tore für Besucherinnen und Besucher geöffnet. 592 Aussteller zeigten auf über 80 000 Quadratmetern aktuelle Neuheiten an Produkten und Dienstleistungen.
Über mehrere Hallen hinweg präsentierten Hersteller, Systemanbieter und Dienstleister ihre Neuheiten, von Baustoffen über Gebäudetechnik bis hin zu Innenausbauprodukten und digitalen Tools. Auffällig war dabei der starke Fokus auf ganzheitliche Konzepte: Produkte werden nicht mehr isoliert gezeigt, sondern im Zusammenspiel mit Planung, Verarbeitung und Nutzung. Für viele Fachbesuchende war genau dieses Einordnen einzelner Lösungen in einen grösseren Kontext der Mehrwert der diesjährigen Messe.
Besondere Aufmerksamkeit galt in diesem Jahr dem Innenausbau, der als verbindendes Element zwischen Architektur, Handwerk und Nutzerbedürfnissen inszeniert wurde. Materialien, Oberflächen, Raumakustik, Licht und verschiedene Wohnbereiche wurden gemeinsam gedacht. Gerade für Schreinerinnen und Schreiner eröffnet dieser Ansatz neue Perspektiven, da ihre handwerkliche Kompetenz zunehmend Teil integraler Raumkonzepte wird. Entsprechend stark vertreten waren Lösungen für den hochwertigen Ausbau und für flexible Raumstrukturen.
Mit der Trendwelt Innenausbau eröffnete sich eine kuratierte Erlebniswelt, die Badneuheiten, aktuelle Oberflächenkonzepte, atmosphärische Lichtlösungen und hochwertige Objekteinrichtungen vereinte. Als gemeinsame Plattform für den Innenausbau schuf sie Raum für Inspiration, Entdeckungen und den vertieften Austausch.
Mit dem Treffpunkt Handwerk gab es im Erdgeschoss der Halle 1.0 einen besonderen Blickfang. Hier wurde ein Bauprojekt von mehr als 15 Handwerksbetrieben parallel ausgebaut. In dem zweigeschossigen, begehbaren Wohnhaus konnten die Besuchenden Holzbauer, Maurer, Plattenleger, Solarteure und weitere Branchen direkt bei ihrer Arbeit erleben. Im Anschluss an die Messe wird das Modulhaus auf einer Baustelle im Oberbaselbiet fertiggestellt.
Ein weiteres prägendes Thema war die digitale Transformation der Branche. Digitalisierung, Vorfertigung und Prozessoptimierung zogen sich wie ein roter Faden durch viele Messestände. Gleichzeitig wurde deutlich, dass technische Innovation allein nicht ausreicht. Gefragt sind Lösungen, die sich in bestehende Betriebe und Systeme integrieren lassen, wirtschaftlich sinnvoll sind und dem Unternehmen echten Nutzen bringen. Dabei stellten sich die beiden Kollaborationsplattformen Swissbau Focus in der Halle 1.0 und Swissbau Lab in der Halle 1.1 wieder mal als zentrale Elemente der Fachmesse heraus. Sie dienten während der Messetage als Orte des fachüber- greifenden Austauschs, an denen Forschende, Start-ups und Verbände die aktuellen Herausforderungen der Bau- und Ausbaubranche diskutierten und einen Blick auf zukünftige Entwicklungen warfen. Der Swissbau Focus überzeugte dabei mit einem inhaltlich dicht besetzten Programm, das den Teilnehmenden vertiefte Einblicke und neue Perspektiven eröffnete. Im Swissbau Lab standen hingegen zukunftsfähige Lösungen im Mittelpunkt, die nicht nur vorgestellt, sondern auch unmittelbar erlebbar gemacht wurden.
Weiterhin fanden sich verteilt über die Messehallen verschiedene Diskussionsformate, Forumsräume und Sonderbereiche, die zentrale Fragestellungen der jeweiligen Branchen oder Fachgebiete vertieften. Themen wie nachhaltiges Bauen, Kreislaufwirtschaft, Klimawandel und der Wandel im Bauprozess rückten dabei klar in den Fokus. Für die Schreinerbranche stellten sich diese Inhalte nicht nur als theoretische Leitbilder, sondern als konkrete Anforderungen an die Materialwahl, Konstruktion und Ausführung heraus.
Neben dem Austausch und den zahlreichen Diskussionsformaten gab es an der Messe wieder einige spannende Neuheiten und Weiterentwicklungen zu sehen. Die folgenden Produkte zeigen auf, dass neben aller Planung immer noch die Ausführung und praxistaugliche Lösungen gefragt sind.
Die nächste Swissbau findet voraussichtlich im Januar 2028 in den Hallen der Messe Basel statt.
Die Kuttex AG aus Wängi TG zeigte mit dem Skipper Lift GL einen Treppensteiger mit Raupen für den Glastransport. Der Treppensteiger kann mit und ohne Lift und mit einem zusätzlichen Glasheber aus- gestattet werden. Die Bedienung erfolgt über einen proportionalen Joystick und zwei unabhängige Motoren, was eine 360-Grad-Drehung an Ort und Stelle ermöglicht.
Das internationale Unternehmen Stöbich Brandschutz zeigt mit dem Fibershield-I einen wärmedämmenden Feuerschutzabschluss in textiler Bauweise der jüngsten Generation. Das System ist von EI30 bis EI120 erhältlich und senkt sich im Brandfall automatisch ab.
Inoxtech präsentiert mit dem Geländersystem «Solarline» ein ästhetisches Solargeländer. Durch den steilen Winkel produziert das Solargeländer bei tief stehender Sonne Strom und wird weniger durch Schmutz und Schnee beeinträchtigt. Die Solarzellen sind beidseitig aktiv, und die Farben sowie Tönungen sind frei wählbar. Erhältlich ist das System über die Arthur Weber AG aus Seewen SZ.
Der in die Wand eingelassene Spiegelschrank «Glow D2W» konnte am Stand der W. Schneider+Co AG aus Flums SG entdeckt werden. Das blendfreie Licht strahlt rundum nahtlos aus und lässt sich mit der «Dim2Warm»-Funktion stufenlos von tageslichtweissen 6500 Kelvin mit 100 Prozent Leuchtkraft auf warmweisse 2000 Kelvin mit 30 Prozent Leuchtkraft einstellen. Über den integrierten Touchslider oder die App lässt sich das Licht stufenlos dimmen. Der Schrank ist abgestuft in Breiten von 500 bis 1800 Millimetern erhältlich.
Die Flexomobil AG aus Isikon TG zeigte mit dem Hauslift eine Innovation «made in Switzerland». Das System ist modular, nachrüstbar sowie platzsparend aufgebaut, und es kann auch nachträglich in ein Treppenauge eingesetzt werden. Bereits eine kleine Deckenöffnung genügt, um zwei Etagen sicher und komfortabel zu verbinden. Das Grundgerüst, der Motor und die Elektronik stammen von Flexo. Die sichtbare Gestaltung übernehmen Schreiner und Innenausbauer, die den Lift optisch an das jeweilige Wohnkonzept anpassen können.
Die BSW Security AG aus Zürich präsentierte unter anderem die neue motorisierte Panikdruckstange «EPN2000 III MOT». Das mechanische Schloss erhält durch den Antrieb in der Druckstange die Fähigkeit, sich selbstständig zu öffnen. Die Druckstange ist auch als rein mechanische Version erhältlich.
Die Mapo AG aus Glattbrugg ZH präsentierte die aufsteckbare Tür- und Plattenhalterung für die Liftkar-Sal-Treppen-steiger. Der Aufsatz aus Aluminium ermöglicht es, flächige Bauelemente bis zu 1240 Millimeter Breite allein zu bewegen.
Mit dem Türassistenten «EasyAssist» zeigte die Dormakaba Schweiz AG aus Wetzikon ZH eine praktische Lösung, um Eingänge barrierefreier, komfortabler und hygienischer zu gestalten. Der «PowerAssist» reduziert dabei den Öffnungswiderstand und ermöglicht ein berührungsloses Öffnen. Die «PowerClose»-Funktion sorgt hingegen für ein sicheres und geräuschloses Schliessen. NJG
Veröffentlichung: 29. Januar 2026 / Ausgabe 5/2026
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