Problemlöser auf dem Bau


Peter Pfeiffer (41), gelernter Landwirt und ein Hölziger aus Leidenschaft, findet für Holz immer eine Verwendung. Bild: Manuela Ziegler


Peter Pfeiffer (41), gelernter Landwirt und ein Hölziger aus Leidenschaft, findet für Holz immer eine Verwendung. Bild: Manuela Ziegler
Peter Pfeiffer fixiert eine Fensterfassung mit Schraubzwingen an einem aufgeständerten Bauwagen. «Wir richten ihn als Wohnwagen für einen Kunden», erklärt er. Danach geht er von seiner Baustelle hinüber zu seinem Wohnhaus in Uesslingen-Buch TG. Dort schaut er nach seinen drei kleinen Kindern; die Älteste ist noch in der Schule. Seine Frau arbeitet Vollzeit als Transportdisponentin. Erwerb und Kinderbetreuung gehen im Alltag des gelernten Landwirts Hand in Hand. «Das ist eine Herausforderung, aber ich möchte diese Lebensweise nie mehr hergeben», sagt der 41-Jährige. 2021 hat er sich mit zwei Kollegen unter dem Firmennamen «Holzvirus» selbstständig gemacht – nach einem abenteuerlichen Berufsweg. Der im Kanton Zürich aufgewachsene Pfeiffer verbrachte seine Kindheitssommer auf der Alp. Spielsachen, wie seine Kinder sie haben, gab es dort keine. Die Kleinen stellen während des Gesprächs neugierig Fragen und wenden sich dann wieder ihrem Spiel zu. Wie Pfeiffer auch, der als Junge aus Fundholz Flugzeuge fertigte; die Flügel befestigte er damals mit Harz. «Seit ich denken kann, arbeite ich mit meinen Händen.» Seine Vorfahren und jene seiner Frau waren in der Land-, Holz- oder Forstwirtschaft tätig. Nach der Ausbildung zum Landwirt kam er 2005 als Betriebshelfer in den Thurgau – und blieb. Es folgten mehrere Jahre Temporärarbeit im Bauwesen, anschliessend zehn Jahre im Eventbau, davon sieben als Chefmonteur. Während sechs Jahren lebte er im Wohnmobil, bis er seine spätere Frau kennenlernte. Gemeinsam zogen sie kurzzeitig in eine Wohnung, was ihm zu beengt war.
Dank viel Glück konnten sie ihr heutiges Eigenheim erwerben: ein rund 300 Jahre altes, sanierungsbedürftiges Gebäude. Während des Umbaus eignete er sich zahlreiche handwerkliche Fertigkeiten an und entdeckte dabei seine Leidenschaft für Holz endgültig.
Nach der Geburt seiner ersten Tochter 2018 wechselte er als Klärwärter in eine Abwasserreinigungsanlage, reduzierte auf ein 50-Prozent-Pensum und übernahm die Betreuungsarbeit. Gleichzeitig häuften sich Anfragen aus dem Dorf für Unterstützung bei Reparaturen. So mietete er mit Kollegen eine Scheune der Bürgergemeinde, um die steigende Nachfrage bewältigen zu können. Gemeinsam wagten sie 2021 den Schritt in die Selbstständigkeit. Inzwischen führt er den Betrieb gemeinsam mit Rico Schomberg, einem gelernten Werbetechniker. Durch ihre unterschiedlichen Qualifikationen bietet seine Firma ein breites Spektrum für Privat- und Firmenkunden: vom Bau eines Scheunentors über Einbauschränke bis hin zu unterschiedlichen Renovationen. Für Firmenkunden übernehmen sie die Gestaltung von Werkzeugkoffern mit massgefertigten Schaumstoffeinlagen oder Verpackung sowie Verlad und Wiederaufbau bei Industrieumzügen. Auch individuelle Fahrzeugeinbauten gehören zum Angebot. «Der Kunde kommt zu uns; egal, was er braucht, wir unterstützen ihn», beschreibt der Fachmann die Philosophie.
Die Vielfalt sei anspruchsvoll, aber spannend. Bei Bedarf greifen sie auf ein Netzwerk von Holzfachleuten zurück. Das Team setzt auch auf soziale Medien, um den überregionalen Auftritt zu stärken. So entstanden bereits Kooperationen mit verschiedenen Herstellern und Händlern. Im Aussenhof zeigt Pfeiffer stolz sein Holzlager mit diversen Unikaten, welche er vor dem Ofen bewahrte – seine frühe Prägung mit den Fundhölzern wirkt nachhaltig.
«Der Kunde kommt zu uns; egal, was er braucht, wir unterstützen ihn.»
Veröffentlichung: 23. April 2026 / Ausgabe 17/2026
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