- Schreinerzeitung: Seit Anfang Juli können VSSM-Mitgliedsbetriebe die Werbemittel der Dachkampagne mit eigenen Fotos gestalten. Warum ist das wichtig?
- Linda Gamper: Bisher konnten die Schreinereien lediglich die schon von uns vorge- fertigten Sujets bei uns bestellen. Diese zeigten halt nicht immer das, was die Betriebe tatsächlich herstellen. Mehrfach wurde der Wunsch an uns herangetragen: Wir möchten gerne unsere eigenen Küchen, Tische und so weiter zeigen. Jetzt können sie ihre eigenen Fotos ins VSSM-Marketingportal hochladen und auf den Betrieb zugeschnittene Werbemittel gestalten.
- Und wie funktioniert das?
- Das ist unkompliziert. Sie loggen sich wie bis anhin im Marketingportal ein. Hier gibt es nun neu die Möglichkeit, Fotos hochzuladen. Ein Erklärvideo zeigt, wie man die Werbemittel mit hochgeladenen Bildern gestalten kann. Die individuell erstellten Werbemittel durchlaufen dann bei uns einen Freigabeprozess samt Rückmeldung, was etwa zwei bis drei Tage dauert.
- Um welche Werbemittel handelt es sich?
- Alle, die es bisher schon gab. Plakate und Flyer in verschiedenen Formaten, Vorlagen für Social Media und so weiter.
- Und wer druckt die Werbemittel?
- Sofern sie das Material nicht nur digital verwenden, können sie mit der hochauflösenden PDF-Datei den Auftrag an eine Druckerei ihrer Wahl geben. Oder aber sie lassen es über den VSSM-Druckpartner herstellen.
- Das Angebot ist exklusiv für VSSM- Mitglieder. Was müssen sie dafür bezahlen?
- Bilder hochzuladen, Sujets auszutauschen und PDF-Dateien zu generieren, ist kostenlos. Wer den Druckpartner des VSSM nutzen will, bezahlt dies entsprechend. Auf dem Portal ist auch gleich ersichtlich, was es jeweils kostet, abhängig vom gewünschten Format und der Auflage.
- Was denken Sie, wie viele Betriebe werden das Angebot nun nutzen?
- Das lässt sich nicht einfach so sagen. Wir gehen aber davon aus, dass die Betriebe die Möglichkeit nutzen werden, sobald sie einen besonderen Bedarf haben, etwa wenn sie einen Anlass geplant haben oder beispielsweise vor der Teilnahme an einer Gewerbeausstellung. Oder wenn sie finden, wir müssen wieder etwas mehr Verkaufsförderung betreiben.
- Warum lanciert der VSSM das Angebot der Sujetgestaltung nun vor den Sommerferien?
- Unser Ziel war, die Sache so rasch wie möglich in diesem Jahr anbieten zu können. Ein weiterer Grund liegt auch darin, dass wir uns im ersten Halbjahr auf den «Machen wir»-Strang der Dachkampagne fokussierten, bei dem die Schreinereien und auch der VSSM zeigen, was Schreiner alles herstellen. Indem die Betriebe nun individuelle Werbemittel gestalten können, stärken sie ihre Eigenwerbung. In der zweiten Jahreshälfe steht nun zudem der «Mach es»-Strang mit der Nachwuchsgewinnung im Zentrum.
- Auf schreiner.ch gibt es neu nun auch sogenannte «Storys». Derzeit sind es die drei Unikate, die den Wettbewerb anlässlich der «Holz 2025» gewonnen haben. Hier sollen wohl weitere Geschichten aufgeschaltet werden?
- Ja, das ist durchaus ein Gedanke. Die erwähnten Unikate aus dem Wettbewerb haben nun diese erweiterte Präsenz als «Story» auf schreiner.ch. Das war Teil des Wettbewerbs. Wenn nun Betriebe vergleichbare, aussergewöhnliche Projekte realisiert haben, die vielleicht nicht schreinertypisch sind, können sie diese nun bei schreiner.ch einreichen. Auf schreiner.ch/stories hat es ein neues Online-Formular, womit Schreinereien ihre speziellen Unikate einreichen können. Wir prüfen dann, ob wir es als Story auf die Seite stellen. Ausserdem gibt es eine Möglichkeit für Dritte, Unikate von Schreinern hochzuladen, die sie irgendwo entdeckt haben und die sie gern für sich selbst haben möchten. Wir sind Vermittler zwischen Kunden und Schreinerei.
- Die dritte Neuheit im Rahmen der Dachkampagne für den «Mach es»-Strang ist der TikTok-Kanal @diemaschinenschweiz. Warum dieser Name?
- Wir mussten feststellen, dass wir bei der Nachwuchsgewinnung nicht dort unterwegs sind, wo die Jugendlichen bei der Berufswahl unterwegs sind. Sie sind eben nicht «just for fun» auf Social Media unterwegs, sondern auch, um sich zu informieren. So kommt man dann unweigerlich und schnell zu TikTok. Gemeinsam mit der Agentur Zeam von Yaël Meier haben wir uns Gedanken gemacht über Strategie und Ausrichtung sowie Inhalt und Form und auch über den Namen des Kanals. Es sollte ein Begriff sein, den die Jungen zwischen 12 und 16 kennen und brauchen, und nicht einer, den wir lässig finden. So sind wir auf «Maschine» gekommen. Eine Schreinerin oder ein Schreiner sollte in diesem Sinne eine «Maschine» sein, also etwas auf dem Kasten haben und Dinge umsetzen können – nicht nur in Bezug auf die Muskelkraft. Und als Schreinerin oder Schreiner arbeitest du ja auch viel mit Maschinen. Maschine trifft also in doppelter Hinsicht zu.
- Erste Beiträge sind seit Kurzem online. Wie häufig werden nun auf TikTok Beiträge ausgespielt?
- Zu Beginn sind es zwei bis drei Beiträge pro Woche. Es braucht etwas Inhalt, damit die jungen Leute uns und die Informationen zum Schreinerberuf überhaupt wahrnehmen. Nach der Aufbauphase werden wir noch jeweils ein bis zwei Videos, pro Woche aufschalten.
- Die Beiträge werden im Idealfall nicht nur angeklickt, sondern auch kommentiert. Vielleicht stellt jemand sogar eine Frage. Wer moderiert den Kanal?
- Das sogenannte Community-Management ist wie die Herstellung der Clips eine Aufgabe unserer Agentur. Wir sind aber im Prozess eingebunden, indem wir die Dreh- bücher der Clips und auch den Clip selbst jeweils abnehmen und freigeben.
- Wie können Sie prüfen, ob die Kampagne einschlägt?
- Das braucht alles etwas Zeit. Wir werden nicht von heute auf morgen sagen können: «Wow, das ist jetzt super erfolgreich.» Realistischerweise muss der Kanal nun etwa zwei, drei Monate laufen, bis wir sehen, was passiert. Wir werden erste Kennzahlen haben, wie Anzahl Follower, Views und Likes. Ob es dann eine direkte Resonanz bezüglich Schreinerlehre gibt, wird sich zeigen. Allerdings ist es kein Zufall, dass wir den Kanal jetzt lancieren, denn nach den Sommerferien startet die Lehrstellensuche für 2027. Zunächst spielen wir die Inhalte nur auf TikTok aus. Später kommen eventuell noch weitere Kanäle dazu.
www.vssm.ch/dachkampagne
Weiterhin Schreinerlernende für den TikTok-Kanal gesucht
Für die Produktion der TikTok-Clips hat die Agentur Zeam mit dem VSSM jugendliche Protagonisten gesucht, die den Schreinerberuf und die Schreinerlehre glaubwürdig vertreten. Drei sind schliesslich ausgewählt worden. Die Dreharbeiten für die ersten Clips fanden im üK-Zentrum in Oberohringen bei Winterthur statt. «Es hat sich gezeigt, dass es nicht jedermanns Sache ist, vor der Kamera zu agieren», sagt Linda Gamper, Projektleiterin Branchen- & Berufsmarketing beim VSSM. So hat sich einer der drei gecasteten Jugendlichen noch an Ort und Stelle entschieden, nicht mitzuwirken. Die ersten Clips sind nun mit den beiden Schreinerlernenden Fabian und Raja entstanden. Im ersten Clip ist aus aktuellem Anlass zu sehen, wie ein Fussball aus hölzigen Elementen produziert wird. «Bei diesem Teil des Beitrags handelt es sich um bestehende Videos, die uns die Agentur heraussucht. Die beiden Protagonisten schlagen dann im Dialog die Brücke zur Schreinerlehre», erklärt Gamper.
Für motivierte Schreinerlernende besteht weiterhin die Möglichkeit, sich bei der Agentur als Protagonist/in zu bewerben. Für ihr Mitwirken erhalten sie eine kleine Gage. Wer sich die Beiträge auf TikTok anschauen und einen Like setzen will, lädt sich mit Vorteil die App auf das Handy.
Stefan Hilzinger, hil
Veröffentlichung: 16. Juli 2026 / Ausgabe 29-30/2026