Schreinerlehre nach dem Burn-out

Rebekka Bachmann in der Schreinerwerkstatt der Werchschüür. Bilder: Michael Walch

Integration.  Die Werchschüür, ein Verein für soziale und berufliche Integration, bietet eine Schreinerlehre für Menschen mit psychischen Problemen oder Lernbehinderung an. Für Rebekka war es der Wiedereinstieg nach dem Burn-out.

Die Zürcher Werchschüür ist eine Institution, die seit nunmehr 30 Jahren die berufliche und soziale Integration von Menschen in besonderen Situationen unterstützt. Menschen mit Sprach-, Hör- und Lernbehinderungen oder psychischen Problemen finden hier eine Arbeits- oder Lehrstelle. Oder wie im Fall von Rebekka Bachmann nach einem Burn-out. In zwei eigenen Handwerksbetrieben, der Malerei und der Schreinerei, bietet die Werchschüür 30 Ausbildungs- und Dauerarbeitsplätze an. Rebekkas Berufswahl verlief nicht geradlinig. Nach der Schule arbeitete sie in verschiedenen Branchen, machte etliche Praktika und verbrachte viel Zeit im Ausland. Vor vier Jahren hatte sie ein Burn-out. Damit sie ohne Stress wieder in den Arbeitsalltag einsteigen konnte, bat sie die IV um Hilfe. Diese bot ihr eine Arbeitsintegration an. Rebekka stiess auf die Werchschüür, wo sie während zweier Wochen einen Einblick in den Beruf des Schreiners gewinnen konnte. Sofort wusste sie: «Diese Lehre will ich machen!»

Pensum ohne Stress erhöht

Rebekka startete ein halbes Jahr vor Lehrbeginn und wurde auf dem langen Weg zur 100-prozentigen Arbeitsfähigkeit begleitet. «Durch Gespräche und die Unterstützung der Ausbildner fühlte ich mich in meiner Erschöpfung ernst genommen. Ohne Stress gelang es mir, mein Arbeitspensum stetig zu erhöhen, bis ich wieder voll arbeitsfähig war», sagt Rebekka heute.

Wenn es Rückfälle gab, durfte sie sich etwas zurücknehmen. «Ich habe beispielsweise Arbeiten erledigt, für die weniger Konzentration gefragt war, oder habe Verantwortung abgegeben.» Was Rebekka an der Werchschüür besonders schätzt, ist die individuelle Begleitung. Die Fähigkeiten jedes Individuums werden gesehen, eingesetzt und gefördert. Die Schreinerarbeiten sind vielfältig, und das meiste geschieht hier noch in Handarbeit.

www.werchschuer.ch

AJ

Veröffentlichung: 03. August 2017 / Ausgabe 31-32/2017

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