Schreinermomente

Yannick konzentriert an der Arbeit: Die Rundungen und Schrägen machten das IPA-Möbel zur Herausforderung. Bilder: Schneider Innenausbau AG

Yannick Aebi kommt aus Wengi BE, ist 20 Jahre alt und im 4. Lehrjahr bei der Schneider Innenausbau AG im bernischen Dieterswil.

Welche Arbeit bleibt dir besonders in Erinnerung?

Schwierige Frage. Viele meiner bisherigen Arbeiten machten mir Spass. Beispielsweise konnte ich vor Kurzem eine sehr aufwendige Eckbank aus Fichtenholz anfertigen. Die Herausforderung stellten dabei die verschiedenen Schrägen dar. Es war schwierig, mit dem schräggestellten Sägeblatt exakt zu arbeiten, was die Arbeit sehr spannend machte. Weiter bleibt mir meine IPA gut in Erinnerung. Ursprünglich wollte ich lediglich ein Bett mit runden Ecken machen. Allerdings stellte das Bett alleine einen zu geringen Arbeitsaufwand für eine IPA dar. Deshalb musste ich noch ein weiteres Möbelstück anfertigen. Für die naheliegenden traditionellen Nachttische konnte ich mich aber nicht begeistern. Daher entschied ich mich, zusätzlich einen Hängeschrank zu bauen, der am Schluss über dem Kopfende des Bettes an der Wand befestigt wurde. Dabei dienen die im Boden des Möbels eingelassenen LED-Leuchten als Leselampen.

Wo lag bei deiner IPA die Herausforderung?

Die obere Hälfte dieses Hängeschranks gestaltete ich offen, die untere Hälfte mit einer öffenbaren Frontseite. Ich hatte bereits früher solche aufschlagbaren Fronten gemacht und wusste, wie es funktioniert. Bei meiner Planung unterlief mir trotzdem ein Denkfehler. Zuerst verwendete ich als Beschlag ein Klappband. Jedoch stand die Frontseite dadurch vor. Gemeinsam mit meinem Lehrlingsbetreuer fand ich zum Glück eine Lösung für diesen Fauxpas. Mit dem neu bestellten Einbohrband und 45-Grad-Schrägen an der unteren Kante war die Frontseite zum Schluss doch noch innenliegend. Trotz der Lieferzeit für den neuen Beschlag und dem zusätzlichen Aufwand hatte ich nur fünf Stunden länger als ursprünglich geplant. Glücklicherweise entdeckte ich meinen Denkfehler rechtzeitig.

Woran arbeitest du zurzeit?

Im Moment furniere ich sechs Schultische neu. Diese waren bereits in einem kleinen Schulhaus im Einsatz. Über die Jahre hinweg haben sie einige Kratzer abbekommen. Nun schleife ich sie um die Furnierdicke ab. Zum Teil auch um etwas mehr, bis nur noch der Träger – eine Multiplexplatte – vorhanden ist. Wichtig dabei ist, dass ich beide Seiten abschleife. Bei einseitiger Bearbeitung kann sich die Platte krümmen. Anschliessend werde ich alle Tischplatten wieder mit Buche furnieren. Die frisch furnierten Tischplatten montiere ich zum Schluss wieder auf die metallischen Tischbeine.

Von welchem Auftrag träumst du?

In meinem Lehrbetrieb sind die Aufträge sehr abwechslungsreich. Daher konnte ich während meiner Lehre bereits viele verschiedene Möbel herstellen. Die Palette reicht von Eckbänken über Betten bis hin zur Empfangstheke eines Kinos. Mir fällt nichts ein, was ich unbedingt noch machen möchte.

JK

Veröffentlichung: 02. Juni 2016 / Ausgabe 22/2016

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