Schreinermomente

Samuel Meier blickt auf eine spannende Lehrzeit zurück.

Samuel Meier kommt aus Rüti bei Riggisberg BE, ist 19 Jahre alt und hat diesen Sommer seine Lehre bei der Schreinerei Röthlisberger AG in Gümligen BE erfolgreich abgeschlossen.

Welche Arbeit bleibt dir besonders in Erinnerung?
Das ist nach vier Lehrjahren schwierig zu beantworten. Es gab verschiedene sehr spannende Aufträge. Einer davon war beispielsweise die Montage einer Bar. Im Grunde klingt das nicht sehr spektakulär. Wir montierten die Theke allerdings in einem Restaurant im Fürstentum Monaco. Dadurch wurde der Auftrag ein richtiges Highlight für mich.Das 2,5 m lange Möbelstück transportierten wir in einem unserer Servicebusse nach Monaco; insgesamt waren wir zwei Tage unterwegs. Am Zielort montierten wir die Bar, deren Aussenwand mit einem Geflecht, ähnlich wie Rattan, nur aus Leder, bespannt war.
Die Fronten der Bedienfläche bestanden aus vergoldeten Kunstharzplatten. Für die Abdeckung wurde italienischer Marmor verwendet.
Und welches war der schwierigste Auftrag deiner Lehrzeit?
Ich denke, das war die Restaurierung der Boardingschalter am Flughafen Zürich. Die Arbeiten dauerten eine ganze Woche und wurden neben dem Alltagsbetrieb des Flughafens durchgeführt. Ein Arbeitskollege und ich waren für die Schalter beim Gate E zuständig. Jeden Morgen erkundigten wir uns bei der Zentrale, ob die von uns zur Bearbeitung vorgesehenen Schalter nicht für die Fluggäste benötigt würden. Falls es zu Überschneidungen kam, wurden entweder die Flüge an ein anderes Gate verlegt oder wir mussten unseren Arbeitsplan anpassen.
Woran arbeitest du zurzeit?
Cuno Amiet war ein bekannter Schweizer Maler, der bis 1961 in Oschwand BE lebte. In seinem ehemaligen Atelier entsteht nun ein Museum. Dazu werden seine Möbel aufgefrischt. Im Moment arbeite ich an diesen Möbelstücken. Damit später seine Bilder in den Möbeln verstaut werden können, baue ich Metallboxen ein. Aussergewöhnlich ist sicherlich die Verbindung zu einem bekannten Maler. Ausserdem arbeite ich mit gestemmten Massivholzfronten. Das ist eine willkommene Abwechslung zum Plattenmaterial, das wir sonst häufig verwenden.
Von welchem Auftrag träumst du?
Ich würde gerne einmal den Innenausbau eines ganzen Hauses inklusive der Möbel planen und umsetzen. Ebenso spannend fände ich den Bau einer Blockhütte von Grund auf.
Welche Pläne hast du jetzt nach deiner Lehre?

Bis zum Militärdienst arbeite ich weiter in meinem Lehrbetrieb. Danach gehe ich ziemlich sicher für eine Weile zu meiner Tante nach Toronto, Kanada, um dort als Schreiner zu arbei- ten. Ich freue mich auf die Chance, mein Englisch zu ver- bessern, und vor allem darauf, neue Erfahrungen in einem anderen Land zu sammeln.

JK

Veröffentlichung: 06. September 2016 / Ausgabe 34/2016

Artikel zum Thema

02. April 2026

Vom Abstellgleis zurück auf die Schienen

Alte Bahnwagen erhalten in Winterthur eine zweite Chance: Als Projekt restaurierte ein Team aus zukünftigen Wagnern die historischen Fahrzeuge und sammelte dabei wertvolle Praxis in selten gewordenen Techniken.

mehr
02. April 2026

Mehr Schreinerhandwerk: Nachwuchs-Workshops 2026

Du absolvierst aktuell eine Schreinerlehre und möchtest deine Fähigkeiten auf die nächste Stufe heben? Dann sind die dreitägigen Intensiv-Workshops in Brienz genau das Richtige für dich.

mehr
02. April 2026

Werde das Gesicht des Schreinernachwuchses

Du absolvierst eine Schreinerlehre, liebst deinen Beruf und möchtest das auch nach aussen zeigen? Dann haben wir genau das Richtige für dich: Für unseren neuen TikTok-Nachwuchskanal suchen wir eine Botschafterin und einen Botschafter, die den Schreinerberuf authentisch, kreativ und mit Begeisterung präsentieren. Auf dem Kanal zeigst du, was unseren Beruf so besonders macht – vom Werkstattalltag über spannende Projekte bis hin zu echten Einblicken in deine Ausbildung. Du wirst zum Gesicht einer neuen ­Generation von Schreinerinnen und Schreinern und inspirierst andere Jugendliche für diesen vielseitigen Beruf.

mehr

weitere Artikel zum Thema:

Lehrziit