Schreinermomente

Das mit aufwendigen Intarsien verzierte Servierbrett brachte Nico einen weiteren Auftrag dieser Art ein.

Nico Hotz kommt aus Pfaffhausen ZH, ist 17 Jahre jung und im 3. Lehrjahr bei der Schreinerei Ernst Wieland AG in Zürich.
Welche Arbeit bleibt dir besonders in Erinnerung?
Letztes Jahr erhielt ich den Auftrag, eine kleine Schatulle anzufertigen. Speziell dabei waren die gewünschten Intarsien (Einlegearbeit aus andersfarbigem Holz) im Deckel. Die Frau, die mit dem Auftrag zu uns kam, wollte ihrem Mann damit ein Geburtstagsgeschenk machen. Die Schatulle für Teebeutel sollte mit Intarsien in Form von Ginkgoblättern, dem Lieblingsblatt ihres Mannes, geziert sein. Die kleine Box stellte ich aus Eschenholz her. Für die Intarsien verwendete ich zusätzlich Zwetschgenholz.
Was hat dich dabei herausgefordert?
Das Blatt, das ich als Vorlage erhielt, war bereits sehr trocken und dementsprechend zerbrechlich. Zuerst musste ich die Form auf das Furnier bringen, was nicht leicht war. Nur wenige Monate zuvor hatte ich während des Oberflächen- und Furnierkurses erstmals mit Intarsien gearbeitet. Meine Arbeit, die ich dort anfertigte, gestaltete ich relativ komplex. Da mein Chef damit sehr zufrieden war, erhielt ich nun einen weiteren Auftrag mit Intarsien.
Und durch den Sommer warst du für die Oper tätig?
Genau. Während der Sommerpause des Zürcher Opernhauses führten wir vor Ort verschiedene Reparaturen durch. Ich stellte einen Arbeitstisch für die Hutmacherei und die Eingangstür zur Tonregie her. Es handelte sich vor allem um Arbeiten an Objekten, die hinter den Kulissen benötigt werden. Wir stellten zum Beispiel Tische, Türen und Regale her. Speziell daran war, dass die gesamte Elektronik berücksichtigt werden musste. Bei der Eingangstür wurde dazu eine Kerbe am unteren Rahmen gefräst, damit die Kabel unauffällig hindurchgezogen werden konnten.
Von welchem Auftrag träumst du?
Ich habe gerade keinen Traumauftrag. Schreinerarbeiten sind generell spannend. Am liebsten arbeite ich mit Massivholz. Ausserdem freue ich mich auf die neuen Herausforderungen, die mich im 3. Lehrjahr erwarten.

JK

Veröffentlichung: 06. Oktober 2016 / Ausgabe 40/2016

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