Sicherheit braucht Feinschliff


Alexandro ist einervon insgesamt drei Maschinisten, die regelmässig mit der neuen Kündig Technic-2 1600-RdEd-F arbeiten. Bild: Kündig AG


Alexandro ist einervon insgesamt drei Maschinisten, die regelmässig mit der neuen Kündig Technic-2 1600-RdEd-F arbeiten. Bild: Kündig AG
Kündig AG. Von denkmalgeschützten Bauten bis zu RC3-Sicherheitsfenstern: Wie die Jäggi AG mit einer Kündig Technic-2 und VMax-Technologie ihre Fensterfertigung modernisiert. Eine Verbindung traditioneller Fensterbaukompetenz mit moderner Fertigungstechnik.
Die Jäggi AG aus Brugg verbindet traditionelle Fensterbaukompetenz mit moderner Fertigungstechnik. Das Unternehmen ist vor allem auf denkmalgeschützte Fenster und Konstruktionen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen spezialisiert. Nach eigener Aussage gehört Jäggi zu nur sehr wenigen Betrieben in der Schweiz mit einer RC3- Zertifizierung. Entsprechend anspruchsvoll sind die Projekte: Neben öffentlichen Auftraggebern vertrauen auch Banken sowie exklusive Uhren- und Schmuckgeschäfte auf die Arbeit des Unternehmens.
Die Geschichte der Jäggi AG reicht bis ins Jahr 1912 zurück. Heute vereint das Unternehmen unter anderem Bau, Engineering, Schreinerei und Fensterproduktion unter einem Dach. Im Bereich Fenster und Schreinerei arbeitet Jäggi überwiegend im Raum Aargau und Zürich. Rund 60 Prozent der Aufträge stammen von der öffentlichen Hand, etwa 30 Prozent von privaten Auftraggebern und weitere zehn Prozent aus eigenen Bauprojekten. Die Auftragslage ist gut. Besondere Kompetenz besitzt Jäggi dort, wo Standardlösungen nicht mehr ausreichen: bei denkmalgeschützten Gebäuden und bei Sicherheitsfenstern der Widerstandsklasse RC3. Der Kundenkreis ist vergleichsweise klein, dafür ausgesprochen anspruchsvoll. Die Sicherheitstechnik soll sich möglichst unauffällig in die Architektur einfügen – und verlangt neben einer geprüften Konstruktion eine ebenso hochwertige Holzoberfläche.
Rund 95 Prozent der in der Fensterproduktion bearbeiteten Werkstücke bestehen aus Massivholz. Vollständige Rahmen müssen dabei längs und quer zur Faserrichtung geschliffen werden. Genau das stellt konventionelle Schleiftechnik vor eine Herausforderung: Während die Längsfriese in Faserrichtung durch die Maschine laufen, trifft das Schleifband bei den Querfriesen quer auf das Holz. Das kann Vibrationen, Schleifspuren und aufgestellte Fasern verursachen. Genau hier spielt die VMax-Technologie von Kündig ihre Stärken aus. Die bisherige Breitbandschleifmaschine (ebenfalls von Kündig) hatte seit über zwei Jahrzehnten zuverlässig gearbeitet. Eine Revision wäre möglich gewesen, doch unter anderem war der Transportteppich deutlich in die Jahre gekommen. Jäggi entschied sich deshalb bewusst für eine Neuanlage mit mehr Flexibilität, Effizienz und Arbeitsbreite. Ein preislich ähnliches Vergleichsangebot eines Mitbewerbers wurde zwar eingeholt, ausschlaggebend waren jedoch die positiven Erfahrungen mit Kündig und das Vertrauen in die Langlebigkeit der Maschine.
Michel Baumann, Abteilungsleiter der Schreinerei Jäggi AG, brachte die Investition im Gespräch augenzwinkernd auf den Punkt: Für den Preis könne man sich auch einen schönen Porsche kaufen, aber die Vorgängermaschine habe zuverlässig ihren Dienst verrichtet. Eine bessere Empfehlung gibt es kaum. Entscheidend war daher nicht der niedrigste Preis, sondern eine Investition, die sich durch Verlässlichkeit und Nutzungsdauer bezahlt macht. Die Wahl fiel auf eine Kündig Technic-2 1600-RdEd-F, die zum Jahreswechsel in Betrieb genommen wurde. Das «F» steht für Fenster und kennzeichnet die spezielle VMax-Ausführung. Mit 1600 Millimetern Arbeitsbreite bietet sie deutlich mehr Möglichkeiten als die Vorgängermaschine.
Das technische Herzstück bilden zwei gegensinnig schwenkbare Aggregate: eine Walze für den Vorschliff und ein elektronisch gesteuerter Segmentschleifschuh für die Feinbearbeitung. Jäggi entschied sich dabei bewusst gegen die im Fensterbau häufig eingesetzte pneumatische Variante. Über die moderne Maschinensteuerung lässt sich der segmentierte Schleifschuh einfach, präzise und reproduzierbar auf das Werkstück einstellen. Gerade bei hochwertigen Massivholzrahmen schafft diese kontrollierte Bearbeitung einen entscheidenden Vorteil. Durch die schräge Anordnung entsteht ausserdem ein diagonaler Kreuzschliff. Das Schleifband trifft ziehend statt schlagartig auf das Querholz. Der Rahmen kann gerade eingelegt werden und die volle Arbeitsbreite bleibt nutzbar.
Da die beiden Aggregate aus entgegengesetzten Richtungen arbeiten, werden längs und quer verlaufende Holzfasern gleichmässiger erfasst. Schleifspuren und aufgestellte Fasern lassen sich reduzieren, während der Segmentschleifschuh den Schleifdruck präzise an die Kontur des Rahmens anpasst. Das verbessert nicht nur das Oberflächenbild, sondern verringert auch den Aufwand bei der anschliessenden Zwischen- und Handschleifarbeit. Die neue Technic verbindet damit die robuste Maschinenbasis, die Jäggi bereits seit zwei Jahrzehnten kennt, mit einer speziell auf den Fensterbau zugeschnittenen Schleiflösung. Sie schafft reproduzierbare Oberflächen für denkmalgeschützte Gebäude ebenso wie für RC3- Sicherheitsfenster an besonders exklusiven Adressen.
Aber auch abseits der Maschine ist die Zusammenarbeit gut eingespielt, denn die Schleifmittel werden ebenfalls über Kündig bezogen. Aussendienstmitarbeiter Roman Graber schaut regelmässig in Brugg vorbei, mit einem Glas Honig als Mitbringsel. Eine kleine Geste, die gut zu einer langjährigen Partnerschaft passt. Denn bei aller Präzision und Technik gilt auch im Maschinenbau: Gute Verbindungen entstehen nicht nur im perfekten Winkel, sondern vor allem auf Augenhöhe.
Veröffentlichung: 27. August 2026 / Ausgabe 35/2026
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