Sie setzen sich visionäre Ziele

Am vergangenen Freitag wurden in Nottwil 147 Diplome überreicht. Bild: Reto Schlatter

Diplomfeier. 147 Schreinerinnen und Schreiner liessen sich am vergangenen Freitag feiern – eine Person mehr als im vergangenen Jahr. Sie alle haben eine mehrmonatig oder sogar mehrjährige Weiterbildung hinter sich und konnten nun ihre verdienten Diplome in Empfang nehmen.

«Haben Sie ihr Ziel erreicht?», fragte VSSM-Zentralpräsident Thomas Iten die anwesenden Diplomanden, Angehörigen und Gäste im Paraplegiker-Zentrum in Nottwil LU. «Oder ist es vielleicht nur ein Zwischenziel auf ihrem Weg?» Insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel sei es wichtig, sich neue Ziele zu setzen.

Die technische Entwicklung und die Veränderungen, welche im Moment im Gang sind, stellen eine grosse Chance für die neue Generation an Fachkräften dar. Denn die jetzigen Absolventen sind die «Generation Y», sie sind mit Computern und Smartphones aufgewachsen. «Sie sind es, die unsere Branche durch die Digitalisierung führen und visionäre Ziele in diesem Bereich setzen können», sagte Thomas Iten.

Dank Verzicht Silber geholt

Mürggu, Chemp, zdürvüre, Plämpu – im Anschluss musste Daniel Zybach, Bereichsleiter Berufsbildung des VSSM und stolzer Berner, zuerst die Berndeutsch-Kenntnisse der Anwesenden überprüfen. Denn die Festansprache wurde von der ebenfalls waschechten Bernerin, Olympiasiegerin und Unternehmerin Tanja Frieden gehalten. Gleich zu Beginn gestand sie ein: «Ich wünschte, es wären alle Schreiner.» Zur Zeit ist sie selber gerade am Umbauen und zeigt sich beeindruckt von der präzision sowie der sauberen Arbeit der Schreiner in ihrem Haus.

Tanja Frieden arbeitet als Coach und erzählte den Anwesenden, wie sie es trotz einiger Rückschläge schaffte, 2006 die Goldmedaille im Boardcross zu holen. Heute weiss sie, dass drei Erfolgsfaktoren dazu beigetragen haben: Achtsamkeit, Autonomie und Aktion. Dazu gehört beispielsweise das langfristige Denken, auf sein Bauchgefühl zu hören und auch nein sagen zu können. So hat sie bei einem Weltcup-Rennen in den USA auf den Start verzichtet, weil ihr die Strecke zu riskant war. Dies war die richtige Entscheidung, einige Wochen später holte sie an den Europameisterschaften die Silbermedaille. «Hätte ich mich im Rennen davor verletzt, wäre das nie möglich gewesen», sagte Tanja Frieden.

Sie ermutigte die Anwesenden auch dazu, die Komfortzone nicht als etwas Negatives zu sehen. Diese brauche es um sich zu regenerieren. Aber mental müsse man immer bereit sein und dort stärker werden, wo man bereits stark sei. «Konzentriert man sich auf zu viele verschiedene Bereiche, wird man nur Mittelmass.»

Diplome, Auszeichnungen und Big Band

Insofern haben die Diplomanden einiges richtig gemacht und sich in ihrem Fachgebiet weitergebildet. Thomas Iten und Heinrich Hochuli, Präsident der Kommission Qualitätssicherung überreichten den anwesenden Projektleiterinnen und Projektleiter, Technikern HF, Produktionsleitern, Schreinermeistern und Handwerkern in der Denkmalpflege ihre Diplome.

Die Besten unter erhielten zudem eine spezielle Auszeichnung: Für die besten Prüfungen überreichte Hans Graber von der Firma Gyso den Geistlich Ligamenta-Preis. Für die beste Diplomarbeit bei den Technikern gab es eine Auszeichnung von René Giger von der Planet GDZ AG. Josef Föhn von der Borm Informatik AG honorierte die beste Diplomarbeit bei den Schreinermeistern.

Begleitet wurde die ganze Veranstaltung von der Buffalo Band Bassaville aus dem zürcherischen Bassersdorf. Der Schlagzeuger sowie der Posaunist und gleichzeitige Bandleader sind übrigens auch Schreiner und Projektleiter.    ph

www.vssm.ch

Veröffentlichung: 04. Dezember 2017

VSSM Diplomfeier 2017
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