Tragende Säulen des Handels

Über 100 Personen nahmen am Partnertreff des Verbands Holzwerkstoffe Schweiz in Bern teil. Bild: Monika Hurni

VErband Holzwerkstoffe SChweiz.  «Gemeinsam handeln – voneinander lernen», so lautete das Motto am Partnertreff des Verbands Holzwerkstoffe Schweiz (HWS), der im Berner Wankdorfstadion stattfand. Der Anlass traf auf reges Interesse.

Was mit «Gemeinsam handeln» gemeint ist, zeigten Vertreter des HWS-Vorstands im ersten Teil der Veranstaltung am Mittwoch vergangener Woche auf. So erläuterten Peter Gantenbein und Oliver Smart die Struktur des Verbands anhand eines schematisch dargestellten HWS-Hauses, welches auf den fünf Säulen Aus- und Weiterbildung, Regulatorien und gesetzliche Bestimmungen, Nachhaltigkeit, Best Practice und Erfahrungsaustausch sowie Interessenvertretungen und Kooperationen ruht.

Martin Lädrach vertiefte den Bereich Aus- und Weiterbildung, verwies auf die unterschiedlichen Bildungsangebote, wie etwa den Branchenkurs für Lernende und Quereinsteigende oder die Weiterbildung zum Holzfachspezialisten. Er betonte, dass es gelte, «aus knappen Mitteln das Optimum herauszuholen». Im Anschluss versuchte Martin Tobler, den gut 100 Anwesenden auf den Zahn zu fühlen bezüglich einer praxisnahen Finanzierung der Bedürfnisse.

Spannende «Holzchöpf»

Im zweiten Teil der Veranstaltung, welcher sich dem Motto «Voneinander lernen» widmete, gewährten unterschiedliche Vertreter der Branche Einblicke in aktuelle und erfolgreich umgesetzte Projekte. So erzählte etwa Oliver Smart, der sich selbst als «Podcasthörer der ersten Stunde» bezeichnet, wie er als Geschäftsleiter der Holzplatten AG in Samstagern ZH den eigenen Podcast «Holzchöpf» ins Leben gerufen hat, in welchem er spannende Persönlichkeiten aus der Branche interviewt. Im Wissen, dass ein Drittel der Bevölkerung regelmässig Podcasts hört, sehe er darin eine Chance, die Holzkette sichtbarer zu machen.

Die Katastrophe zur Chance gemacht

Michael Herzog, Teilinhaber der Herzog-Elmiger AG, wiederum berichtete von den Herausforderungen, welche mit dem Umzug des Unternehmens an den heutigen Standort in Obernau LU einhergingen. Er bezeichnete das Unterfangen als «Big-Bang-Umzug», man habe die Produktion nicht zweigleisig laufen lassen, sondern «von heute auf morgen den Schlüssel gedreht» und am neuen Ort wieder angefangen. Herzog zeigte damit auf, dass aus der Enteignung des ehemaligen Standorts durch das Bundesamt für Strassen (Astra) für das Projekt «Bypass Luzern» auch neue Chancen entstanden sind. Aufmerksam verfolgten die Anwesenden im Anschluss die Ausführungen von Manuel Ritz. Der Leiter der Geschäftsentwicklung bei der HG Commerciale (HGC) in Zürich berichtete von einer eigenen KI-Plattform, die von der Cubotoo AG, einem Start-up der HGC entwickelt wurde und dem Unternehmen seither einen grossen Teil der Fleissarbeiten abnimmt. Rytz betonte aber auch, dass am Ende immer noch der Mensch entscheide. «Das Fachwissen bleibt unabdingbar.»

Wiederverwertung ist kein Käse

Mit dem Thema Re-Use, also Wiederverwertung, kam Quentin Gurba, Produktionsleiter der Artibois SA in Alle JU auf eine der tragenden Säulen des HWS-Hauses – die Nachhaltigkeit – zurück. Er berichtete, wie ausgemusterte Paletten zur Lagerung von Käse im Rahmen des Projekts «EcoCheeseWood» zu Holzriemen für den Innenausbau verarbeitet und so wiederverwertet werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung hielt Silvia Furlan, Präsidentin des HWS, fest, dass es gelte, «dem Wandel ein Gesicht zu geben», und es sie deshalb freue, dass auch die Mitglieder des Verbands an Anlässen wie dem Partnertreff sichtbarer werden.

www.hwsschweiz.ch

Monika Hurni

Veröffentlichung: 20. November 2025 / Ausgabe 47/2025

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