Viel Raum für neue Ideen

Am Gemeinschaftsstand von Mobiglias: Tische der Schreinerei David Rohrbach Möbel und aus einer Kooperation der Schreinerei Curdin Müller... Bilder: Monika Hurni

Neue Räume.  Über 90 Ausstellende aus zehn verschiedenen Ländern präsentierten von Donnerstag bis Sonntag vergangener Woche ihre Werke im Rahmen der Designmesse Neue Räume. So überzeugte der Anlass in der Halle 550 in Oerlikon ZH auch bei seiner 13. Durchführung mit Vielfalt.

Mit viel Massivholz und spannenden Konstruktionen zog der Gemeinschaftsstand von Mobiglias die Blicke der Besucher auf sich. Ursprünglich als Verein für Handwerksbetriebe aus Graubünden und weiteren designaffinen Personen organisiert, hat sich Mobiglias im vergangenen Jahr zu einem losen Zusammenschluss von ehemaligen Mitgliedern entwickelt. «Der Name ist geblieben und Lust daran, wieder auszustellen», erklärt Manfred Hager, der ehemalige Vereinspräsident. Mit dabei unter anderem David Rohrbach von der gleichnamigen Schreinerei in Zernez. Er präsentierte neben geschnitzten Figuren unter anderem den Nussbaumtisch Twist (Bild oben links) mit der ausgeklügelten Unterkonstruktion. «Um mit dem Winkel der Beine eine ausreichende Stabilität zu erhalten, habe ich eine Weile getüftelt», gesteht er mit einem Lachen. Auf eine Unterkonstruktion aus Metall setzen dagegen Tisch und Stühle aus der Kooperation zwischen der Schreinerei Curdin Müller aus Strada und der Fuschina, also der Schmiedewerkstatt aus Guarda (Bild oben rechts). Die Tischbeine des Modells «LaMü» sind aus geschmiedetem Stahl, das Blatt aus massiver Lärche. Daneben demonstrierte Andreas Ovenstone von der Schreinerei Werkplaz in Sent, wie aus sechs Einzelteilen mit wenigen Handgriffen ein Hocker entsteht. Der Fünfnagelhocker trägt den Namen «Plattuns».

Von der Schlichtheit beflügelt

Mit «Wings-Design» hat Alex Buob aus Heiden AR ein eigenes Gestaltungsprinzip entwickelt. «Ich habe immer versucht, zu reduzieren und so die ideale Form zu finden», sagt der pensionierte Architekt. Entstanden ist eine Möbelfamilie, der ein flügelförmiges Profilbrett zugrunde liegt. Eine Konstruktion, die Tische, Bänke und Stühle sehr filigran wirken lässt, ihnen aber dennoch die nötige Stabilität verleiht. Ganz nach dem Leitsatz: «Ein Entwurf ist dann gelungen, wenn nichts Wesentliches fehlt und nichts Überflüssiges bleibt.»

Auf nachhaltiges Design und Schweizer Handwerk setzt auch Michaël Martins. Vor zwei Jahren hat der gelernte Schreiner und Techniker HF mit dem Atelier M12 eine Schweizer Möbelmarke gegründet. An der Messe zeigte der Romand unter anderem seine «Mea»-Kollektion, welche aus unterschiedlichen Variationen von Kleiderbutlern und Beistelltischchen besteht. Für seine Objekte erstellt er die Prototypen und lässt sie anschliessend bei ausgewählten Schweizer Schreinereien produzieren.

Frische Ideen ohne Barrieren

Einige neue oder neu aufgelegte Entwürfe waren bei der Schreinerei Röthlisberger aus Gümligen BE zu finden. So etwa der Hocker «Arc», welcher mit edler Lederauflage auch als Beistelltisch verwendet werden kann. «Arc» basiert auf dem Spiel mit vier Halbkreisen. «Eigentlich hätten wir diese gerne je aus einem aufgetrennten Rundholz gefertigt», verrät CFO Beat Röthlisberger, «doch dann wären Risse vorprogrammiert gewesen.» Gefertigt ist «Arc» aus massiver Weisstanne, mit Natureffekt lackiert oder mit negativem Beizbild lackiert.

Bei Thut Möbel aus Buchs ZH wurden neue Raumlösungen in Verbindung mit Faltvorhängen in unterschiedlichen Materialien gezeigt. Diese sind nun auch ohne Bodenführung erhältlich und können vom Schreiner über einen Konfigurator bestellt werden. «Unser Fokus liegt darauf, wohnlicher und nahbarer zu werden», sagt Vertriebsleiter Lukas Thalmann. «Wir wollen Barrieren aufmachen und gemeinsam mit dem Schreiner Synergien nutzen.»

Klassiker unter einem Dach

Seit Anfang 2024 wird die Wohnkollektion der Vifian Möbelwerkstätte AG bei der Bard AG in Münchenstein BL produziert, dies unter dem Label Design by Vifian. Wie sich an der Messe zeigte, hat Vifian nichts an Strahlkraft verloren. Ganz nach dem aktuellen Trend sind die knalligen Farben durch warme Erdtöne ersetzt worden. Den Stand teilte sich Vifian mit Wogg, da Bard seit Frühling auch deren Kollektionsmöbel am Standort Schweiz produziert.

www.mobiglias.chwww.wings-design.chwww.atelierm12.chwww.roethlisberger.chwww.thut.chwww.bard.ch/design-by-vifian

Monika Hurni

Veröffentlichung: 01. Oktober 2026 / Ausgabe 40/2026

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