Vom Vater zum Sohn zum Enkel


Heiri Gander (80) schätzt es sehr, noch zwei Tage in der Woche im Familienbetrieb mitzuwirken. Bild: Caroline Mohnke


Heiri Gander (80) schätzt es sehr, noch zwei Tage in der Woche im Familienbetrieb mitzuwirken. Bild: Caroline Mohnke
Die Geschichte der Ganders als Schreiner geht weit zurück: «Schon mein Grossvater war Störschreiner», erzählt der 80-jährige Heiri Gander, der noch heute zwei Tage in der Woche im Dreigenerationenbetrieb in Küssnacht am Rigi arbeitet. Er sei als ältestes von fünf Kindern in Immensee geboren worden. «Die Erziehung war streng, und finanziell waren wir nicht auf Rosen gebettet.» Immensee sei zu dieser Zeit sehr ländlich gewesen. Es gab sehr viele kleine Bauernbetriebe mit drei bis vier Milchkühen, und das Dorf hatte drei Käsereien. Die Liebe zum Holz liegt bei den Ganders in der Familie. «Mein Grossvater zog von Hof zu Hof.» Sein Vater habe dann eine kleine Einmannschreinerei geführt. «So kam ich schon sehr früh mit Holz in Berührung und wurde auch für kleinere Arbeiten eingesetzt. Ich entsorgte Hobelspäne und durfte an der Hobelmaschine mithelfen. Später flickte ich Ausfalläste aus und kittete Glasbruch. Diese Arbeiten verrichtete ich gerne, so blieb mir der Abwasch in der Küche erspart», sagt er und lacht. Er erinnert sich an die Zeit, als er in den Schulferien der ersten Sekundarklasse zwei Wochen in einer mechanischen Werkstatt arbeitete: «Die anfängliche Freude an der Drehbank ist schnell verflogen, und das Feilen der Metallklötze war auch nicht mein Ding.» So habe er nach der Schule die Schreinerlehre bei seinem Vater begonnen. Die Arbeitstage waren lang: «Sie dauerten von 7 Uhr bis Mittag und von 13 bis 18 Uhr.» Auch am Samstag habe er von 7 Uhr bis Mittag gearbeitet, und am Nachmittag habe das Putzen der Werkstatt und Maschinen auf dem Programm gestanden.
Obwohl die Arbeitstage lang waren, habe ihm die Lehrzeit und vor allem die Berufsschule gefallen. Und es habe noch einen Unterschied zu heute gegeben: «Der Arbeitsablauf war nie so hektisch, und man fand immer Zeit für einen Schwatz.» Zudem entwickelten sich Materialien und Maschinen rasant. «Und es gibt mehr Stress.» Nach der Lehre bekam Heiri Gander eine Stelle im berneroberländischen Grindelwald. Dort arbeitete er an massiven Möbeln im Bauernstil und an gestemmten Türen, vorwiegend aus Tanne oder Arve. Dann war es Zeit für die Rekrutenschule. «Anschliessend arbeitete ich bei der Schreinerei Haas in Luzern und besuchte das Abendtechnikum», blickt er zurück. Nach der Heirat 1969 habe er die Gelegenheit gehabt, den Betrieb seines Vaters, den dieser 1938 gegründet hatte, zu kaufen. «Die Schreinerei war klein, es gab keinen Platz für weitere Maschinen, und so war eine Existenz auf längere Zeit nicht möglich», sagt er. 1979 kaufte er im Industriegebiet Fänn in Küssnacht am Rigi Land und baute eine etwas grössere Werkstatt. «1983 gründete ich die Schreinerei Gander AG.» Den Betrieb hat er 2007 mit grosser Freude an Sohn Markus übergeben. Es sei schön zu sehen, dass der Sohn das Geschäft hervorragend führt und den Betrieb weiter ausbaut. Auch Enkel Lars hat die Schreinerlehre gemacht und arbeitet im Betrieb mit. Somit sei ein Weiterbestand absehbar.
Heiri Gander ist glücklich, dass es seine Gesundheit noch zulässt, zwei Tage in der Schreinerei, die er einst gegründet hat, zu arbeiten. «Das hält mich jung und fit», sagt er und lacht. Am liebsten arbeitet er mit Massivholz oder repariert defekte Möbel oder Möbelteile. «In meiner Freizeit bin ich gerne mit meiner Frau in den Bergen am Wandern oder mache Ausflüge mit meinen Enkelkindern», erzählt der dreifache Vater sowie achtfache Grossvater und Urgrossvater.
«Früher war die Arbeit nie so hektisch, und man fand noch Zeit für einen Schwatz.»
Veröffentlichung: 17. September 2026 / Ausgabe 38/2026
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