Wer lernt, gewinnt

Raphael tüftelte lange, bis das Drehregal in der Mitte einwandfrei funktionierte. Bild: Raphael Kuster

LAP-Vorbereitung.  Thomas Alpiger und Raphael Kuster investierten für den Lehrlingswettbewerb Züri-Oberland viel Zeit. Für die beiden angehenden Schreiner bot der Wettbewerb eine gute Gelegenheit, sich auf die IPA vorzubereiten.

«Warum nicht einen genialen Hocker bauen, in dem ich den Verstärker, die Musiknoten und das Stromkabel verstauen kann?» Thomas Alpiger aus Hinwil hat für den Lehrlingswettbewerb Züri-Oberland einen Hocker mit Gitarrenverstärker angefertigt. Auf die Idee kam er während einer Projektwoche zum Thema «Design oder Nichtsein».

Aufwendige Arbeit

«Ich arbeitete rund 120 Stunden an dem Objekt. Häufig setzte ich mich am Feierabend oder am Samstag an die Arbeit. Aber das hätte zeitlich nicht gereicht, so opferte ich auch einen Teil meiner Ferien», erzählt der 17-Jährige. Auch Raphael Kuster aus Eschenbach hat viel Zeit in sein Objekt investiert. Der 18-jährige Lernende bei der Bimag AG baute im Rahmen des Wettbewerbes einen Salontisch. «Ich wusste am Anfang nicht genau, was ich erstellen soll. Als ich mit dem Lehrmeister einige Möbelbilder im Internet anschaute, kam mir plötzlich die Idee mit dem Salontisch. Die gesamte Arbeit hat mich zwischen 80 bis 100 Stunden gekostet. Mein Lehrbetrieb war sehr grosszügig und so durfte ich rund zwei Drittel der Arbeit während der Arbeitszeit erledigen.»

Neues ausprobiert, Neues gelernt

«Der Wettbewerb bot mir die Gelegenheit, neue Arbeiten auszuprobieren und eigene Ideen einzubringen. Es war super, etwas komplett selber von der Skizze bis zum fertigen Produkt anzufertigen», erzählt Raphael begeistert. Er hat bei seinem Salontisch ein Drehregal eingebaut. «Dreht man es, kommt plötzlich ein Flaschenhalter zum Vorschein. Die Anfertigung und die Montage des bewegbaren Regals waren sehr schwierig. Es dauerte einige Zeit, bis alles perfekt funktionierte. Das war ein toller Erfahrungsprozess und der Lerneffekt sehr gross.»

Sieg war sekundär

Der Lehrlingswettbewerb bietet eine gute Möglichkeit zur persönlichen Standortbestimmung für die Lehrabschlussprüfung. Die Lernenden haben die Gelegenheit, ihr berufliches Können zu zeigen. Dem stimmt Thomas, der seine Lehre bei der Schreinerei Spörri absolviert, zu: «Der Wettbewerb war eine gute Vorbereitung für die IPA. Man musste nicht nur ein Möbel erstellen, sondern auch alles sauber dokumentieren und präsentieren. Am Schluss sind es auch LAP-Prüfungsexperten, welche die Arbeit bewerten und die drei besten Arbeiten auszeichnen. Aber eine Auszeichnung war für mich sekundär. Für mich zählte eigentlich nur die Erfahrung für die Prüfungen.» ms

Veröffentlichung: 04. Dezember 2014 / Ausgabe 49/2014

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