Werken und wirken


Markus Bühlmann (51) legt grossen Wert auf einheimische Hölzer und tüftelt gerne an Lösungen. Bild: Caroline Mohnke


Markus Bühlmann (51) legt grossen Wert auf einheimische Hölzer und tüftelt gerne an Lösungen. Bild: Caroline Mohnke
Leute. «Meine Grossmutter hat immer gesagt: Markus, du wirst ein Schreiner», sagt Markus Bühlmann in seiner Werkstatt in Entlebuch und lacht. Er sei schon früh mit Säge, Hammer und Holz in Berührung gekommen und habe in der Primarschule eine kleine Werkbank bekommen.
Denn schon sein Grossvater sei Zimmermann gewesen und habe 1969 die Schreinerei/Zimmerei im Grabenloch gegründet. «Mein Vater war Architekt und hat den Betrieb später übernommen», erzählt der in Entlebuch mit zwei Schwestern aufgewachsene Markus Bühlmann und dreht die Musik etwas leiser. «Bei mir läuft den ganzen Tag Rockmusik», sagt er lachend. Seine Schreinerlehre absolvierte er in Escholzmatt und stieg entgegen allen Erwartungen, auch seinen eigenen, nach der RS nicht in den Familienbetrieb ein. «Ich arbeitete eine Zeit lang in Luzern. Bühlmann war mit Leib und Seele Jungwachtleiter und hat schon damals gemerkt, dass er sehr gerne mit Leuten zusammenarbeitet. «Der Präses der Jungwacht sagte zu mir, er sähe mich im Sozialen.» Im Schreinereibetrieb in Luzern arbeitete er mit einem gehörlosen Schreiner zusammen und kam das erste Mal in Kontakt mit der Gebärdensprache, die ihn faszinierte. Berufsbegleitend absolvierte er an der Hochschule in Luzern die Ausbildung zum Sozialpädagogen HF. «Danach arbeitete ich fast zehn Jahre im Heilpädagogischen Zentrum in Hohenrain.» Während dieser Zeit lernte er die Gebärdensprache, welche ihm zur Kommunikation mit schwerhörigen und gehörlosen Kindern und Jugendlichen diente.
Nach einer gewissen Zeit habe er die Arbeit mit Holz vermisst. Bei der Stiftung Brändi in Horw übernahm er die Betreuung und Begleitung von erwachsenen Menschen mit kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen und durfte parallel dazu das Holzatelier ausbauen und leiten. «Gleichzeitig richtete ich mir zu Hause eine kleine Werkstatt ein, und so entstand 2007 die BühlmannArt.» Der Wunsch nach einer Veränderung machte sich beim 51-jährigen Familienvater von drei Töchtern immer mehr bemerkbar. Nach sechzehn Jahren bei Brändi begann er, die Räumlichkeiten der einstigen Schreinerei seines Vaters und Grossvaters zu renovieren, und machte sich 2022 selbstständig. Heute arbeitet er an drei bis fünf Tagen in der Manufaktur und ist daheim in der Familienarbeit aktiv. «Wir stehen früh auf», erzählt er und fügt an: «Meine Frau und ich trinken zusammen einen Kaffee und planen die Wochentage.» Das gehöre manchmal zu den grössten Herausforderungen, alles unter einen Hut zu bringen. Seine Werkstatt ist gross, hell, und alles ist am richtigen Ort. «Ordnung ist mir wichtig», betont er. Dies bringt er auch den Schülern bei, die im Rahmen eines Angebots mit dem Namen «Wirkstatt» bei ihm Gelegenheit haben, in der Werkstatt zu arbeiten. «Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die im Schulalltag im fachlichen und auch im sozialen Bereich stark gefordert sind. Sie können hier viele positive Erfahrungen machen und ihre Selbstwirksamkeit stärken.»
In seiner Werkstatt finden sich nur einheimische Massivhölzer. Daraus entstehen Einzelanfertigungen von Möbeln, Urnen, Pfeffermühlen, Garderoben, Picknickbrettern für die Wanderung mit integrierten Messern und vieles mehr. «Auch ein Backgammon-Koffer ist in Arbeit», erzählt er. Das sei eine etwas knifflige Aufgabe. Ein unvergesslicher Auftrag sei die Möblierung der Kirche Finsterwald im Entlebuch gewesen. «Einen Altar zu schreinern, ist nicht alltäglich.»
Caroline Mohnke
Veröffentlichung: 16. März 2026 / Ausgabe 11/2026
Leute. Im Untergeschoss von Urs Leodolters Einfamilienhaus in Russikon ZH verbirgt sich eine faszinierende Welt: In einem Privatmuseum zeigt er die über hundertjährige Geschichte des Modellflugs. «Ich schätze, dass ich rund 10'000 Exponate in meiner Sammlung habe», sagt Leodolter.
mehr
Leute. Das Lieblingsfach von Beat Barmettler war werken. Nach seiner Schreinerlehre arbeitete der heute 63-Jährige aus Ennetmoos NW an verschiedenenen Orten. Seit 2013 leitet er die Klosterschreinerei in Engelberg OW.
mehr
PaidPost. Anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums bietet die Rudolf Geiser AG Einblick hinter die Kulissen und stellt ein paar der 120 Mitarbeitenden vor. Diese Woche ist dies Thomas Dellenbach, Chauffeur der Geiser Camion-Flotte.
mehr