Wie ein Schreiner


Handarbeit: Schreiner André Müller (l.) und Lukas Albiez beim Verleimen einer 3-Schicht-Platte aus Kernbuche in der Vakuumpresse. Bild: Christian Härtel


Handarbeit: Schreiner André Müller (l.) und Lukas Albiez beim Verleimen einer 3-Schicht-Platte aus Kernbuche in der Vakuumpresse. Bild: Christian Härtel
In der Werkstatt beim Sägewerk Albiez in Rheinfelden AG wird an diesem Abend noch länger Licht brennen. Zusammen mit Schreiner André Müller bringt Lukas Albiez, Inhaber der Sägerei, noch eine 3-Schicht-Platte in Kernbuche in die Presse. Die langen Brettchen der Deckschichten wurden vorgängig verleimt und mit der Flächenschleifmaschine kalibriert. Die Mittellagen bilden sauber gefügte, lose Friese. Diese werden sorgfältig auf die beleimte Fläche der Deckschicht gelegt, dann wird die zweite Aussenschicht aufgelegt. Den Weissleim dafür tragen die beiden mit der Rolle auf. Früher hatte Albiez dafür eine Auftragemaschine, doch bei den häufig anfallenden kleinen Mengen sei der Reinigungs- und Wartungsaufwand dafür am Ende zu hoch.
Seit vielen Jahren fertigt Albiez 3-SchichtPlatten auf Auftrag und individuell nach Kundenwunsch. Im Grunde ist jede vorhandene Holzart möglich, und davon hat der Säger so manche auf Lager. Und: «Inzwischen hat die Nachfrage bei den 3-Schicht-Platten etwas nachgelassen, aber immer wieder kommt ein Schreiner und braucht Platten für Küchenfronten», sagt Albiez.
Das Holz bei Albiez stammt vor allem aus Wäldern in der unmittelbaren Umgebung. Kurze Wege, direkter Kundenkontakt und auftragsbezogenes, individuelles Arbeiten sind die Merkmale mit den 3-Schicht-Platten. Das Prozedere bei der Produktion ist eingespielt. Das ist auch gut so, denn die 3-Schicht-Platte trägt durchaus manchmal ein Risiko in sich. «Je nach Holzart kann sich eine Platte auch mal etwas verziehen, etwa die Elsbeere», sagt Müller. Dieses Risiko kann in der Produktion verringert werden, indem die Brettchen nach dem Auf- sägen an der Trennbandsäge genügend Zeit bekommen. So wird das Holz ruhiger, und die Feuchte reguliert sich perfekt ein. Manchmal schneidet Albiez die Stämme aber auch gleich in dünne Dielen auf. «Das kann bei manchen Holzarten Vorteile bringen. Etwa beim Ahorn. Wenn dieser schnell trocknet, bleibt das Holz in seiner typischen hellen Farbe perfekt erhalten», weiss Albiez.
Veröffentlichung: 26. März 2026 / Ausgabe 13/2026
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