«Wir müssen uns nicht verstecken»

Zimmermann Elias Gogniat (links) mit seinem Betreuer Hansjörg Rechsteiner. Bild: Swiss Skills

Zimmerleute.  Elias Gogniat aus La Tour-de-Trême (FR) vertritt die Schweiz bei der WM der Zimmerleute. Sein Betreuer und Wettkampf-Experte des Schweizer Nationalteams, Hansjörg Rechsteiner, erzählt, wie die Vorbereitungen gelaufen sind und was er sich vom Event erhofft.

Wie ging der Schweizer Zimmermann Elias Gogniat mit den Veränderungen rund um die Absage der World Skills in Shanghai um?

HANSJÖRG RECHSTEINER: Zuerst war nicht klar, ob die World Skills überhaupt stattfinden. Mit der Europameisterschaft im Juli in Köln hatte Gogniat ein Ziel, auf das er sich konzentrieren konnte. Danach haben wir uns auf die World Skills fokussiert, die nun ja in der Schweiz ausgetragen werden. Seine Angehörigen können ihn in Basel unterstützen, was ihn natürlich motiviert.

Wie hat sich Gogniat auf die WM vorbereitet? Was und wie hat er in den letzten Monaten trainiert?

Wir haben einen Trainingsplan erstellt und diesen mit dem Arbeitgeber als auch mit den Terminen des Nationalteams koordiniert. Das sind zehn Trainings des Nationalteams Holzbau Schweiz, wovon fünf betreut sind. Gogniat hat zusätzlich selbstständig weitere Trainingseinheiten absolviert. Gearbeitet haben wir an Modellen von früheren Wettbewerben und auch an Vorschlägen, die von internationalen Experten entwickelt wurden.

Wie viele Stunden hat der Zimmermann für die Word Skills trainiert, und wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Athlet und Trainer ab?

Seine Trainings entsprechen etwa zwei Monaten Arbeitszeit. Nebst den Weekends des Nationalteams, in dem alle teilnehmenden Berufe der Schweiz vertreten sind, hat er auch Zeit für die EM aufgewendet. Wir tauschen uns regelmässig aus und ich stehe jederzeit für Fragen zur Verfügung. Trotzdem ist es wichtig, dass er selbstständig bleibt, denn am Wettbewerb ist er auf sich gestellt.

Gibt es kurz vor dem Wettkampf gewisse Details, die er besonders anschaut?

Wir haben in den Sessions bewusst die Aufgaben herausgesucht, in welchen er am meisten Punkte verlieren würde. So konnte er sich laufend verbessern und ist nun sehr gut gerüstet für die World Skills.

Sie begleiten Gogniat als Trainer. Welche weiteren Personen unterstützen ihn vor und während des Wettkampfs?

Er hat Unterstützung von diversen Mitgliedern des Nationalteams Holzbau Schweiz. Als Betreuer hat er sich Raphael Baumberger ausgesucht, welcher 2015 selbst in São Paulo Kandidat an den World Skills war.

Worauf sind Sie am meisten gespannt an den World Skills in Basel? Was sind Ihre Erwartungen, wer kommt aufs Podest?

Auf die Zusammenarbeit mit den Experten freue ich mich und bin gespannt auf die unterschiedlichen Arbeitstechniken der Kandidaten. Ich erwarte faire Wettkämpfe und denke, dass die bekannten Länder vorn mitmischen. Mit unserer Vorbereitung müssen wir uns nicht verstecken. Der Beste soll gewinnen. Sollte das Elias sein, umso erfreulicher.

caroline geiger, Holzbau Schweiz

Veröffentlichung: 29. September 2022 / Ausgabe 39/2022

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