«Zur Möbelmontage stellte ich extra ein Podest her»

Damian Moser bei der Montage des Einbauschrankes. Bild: PD

Als seine Individuelle Praktische Arbeit (IPA) durfte Damian Moser einen Kundenauftrag realisieren, der aus einem Einbauschrank bestand. Wie das Projekt gelaufen ist, erzählt er im Monatsinterview.

Konntest du auswählen, was für eine IPA du machen möchtest?

Damian Moser: Nein, das wurde mir vom Lehrbetrieb vorgegeben, und mir wurde gesagt, dass es ein Kundenauftrag wird. Was es dann schliesslich werden sollte, erfuhr ich erst ein paar Wochen vor dem Start der IPA.

Gibt es daran etwas Spezielles?

Das Möbel ist im Dachstock am Ende der Treppe. Es ragt etwas über die Bodenkante respektive die Treppe hinaus. Deswegen brauchte ich für die Montage ein selbst gebautes Podest, um die Rückwand zu montieren. Ausserdem sind noch Lüftungsgitter-Ausschnitte für den Stromverteilkasten integriert.

Gab es weitere Herausforderungen?

Die Ausschnitte für die Lüftungsgitter machte ich mit der Oberfräse. Um die zu fräsen, stellte ich extra eine Schablone her. Die Bearbeitungen wie Verbindungen oder Reihenlochbohrungen habe ich auf der CNC ausgeführt, beim Programmieren wurde ich dabei von unserem Maschinisten unterstützt.

Wie viel Zeit hast du für die Herstellung und die Montage benötigt?

Die Vorbereitung, Planung und Produktion haben knapp 45 Stunden gedauert. Für die Montage vor Ort brauchte ich dann nochmals rund zehn Stunden.

Was würdest du anderen Lernenden raten, wie sie die IPA angehen sollen?

Eigentlich nichts Besonderes, sondern die Arbeit gleich wie jeden anderen Auftrag anzugehen.

Wie bist du zur Schreinerei Ziehli AG gekommen?

Bei der Berufswahl kam ich recht schnell auf den Schreinerberuf. Dann machte ich ein, zwei Schnupperlehren, eine davon in meinem jetzigen Ausbildungsbetrieb. Nach der Schnupperlehre bekam ich das Angebot für die Lehrstelle, worauf ich das Angebot annahm.

Wie wirst du im Lehrbetrieb, der Schreinerei Ziehli AG, eingesetzt?

Die ersten zwei Jahre war ich viel auf der Baustelle, um Fenster oder Küchen zu montieren. Im dritten und vierten Lehrjahr war ich vermehrt im Betrieb, wo ich im Spritzraum oder im Bankraum die Aufträge bearbeitete.

Was gefiel dir dabei am besten?

Das ist schwierig zu sagen, weil ich generell alles sehr gern mache. Das finde ich ja auch das Coole, dass man als Schreiner so vielseitige, kreative Arbeiten macht.

Vor Kurzem hast du nun die Ausbildung abgeschlossen. Hast du schon eine Ahnung, wie deine Zukunftspläne aussehen?

Ich kann im Betrieb bleiben und werde nach den Sommerferien dort weiterarbeiten, was ich sicher auch noch für ein paar Jahre machen möchte.

In welchem Bereich wirst du dann arbeiten?

Das haben wir noch nicht genau definiert, weil ich momentan nicht klar sagen kann, was ich am liebsten machen möchte. Die Arbeit im Bankraum würde mir aber bestimmt gefallen.

Käme auch die Arbeit auf der Baustelle infrage für dich?

Ja, ich kann mir gut vorstellen, dort zu arbeiten.

www.ziehli.ch

«Bei der Berufswahl kam ich recht schnell auf den Schreinerberuf.»
«Ich finde es COOL, dass man als Schreiner so vielseitige und kreative Arbeiten macht.»

 

Im Interview

Damian Moser aus Seedorf im Kanton Bern. Bei der Schreinerei Ziehli AG in Lobsigen BE hat er soeben die Lehre als Schreiner EFZ beendet. In seiner Freizeit macht der 19-Jährige gerne Sport. Er fährt viel Velo und spielt ausserdem Fuss- und Volleyball. Tiere mag der Berner auch sehr: So widmet er sich auch dem Züchten von Kaninchen.

Michi Läuchli

Veröffentlichung: 14. August 2025 / Ausgabe 33/2025

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