Auf ein Neues mit dem «Grabo Pro V2 Brushless»

Der «Grabo Pro V2 Brushless» mit neuer Steuerplatine und ein neues Zubehörset stehen für den Praxis-test 2.0 bereit. Bild: Sven Bürki

Sven Bürki macht den Test   Im Sommer durfte Schreinerzeitungs-Fachredaktor Sven Bürki den Akku-Saugheber «Grabo» zusammen mit einem Zubehörset für den stationären Einsatz in einem Praxistest erproben. Wegen eines Gerätedefekts wurde das abschliessende Fazit allerdings vertagt. In einer zweiten Testphase hat Bürki den «Grabo» samt Zubehör nochmals unter die Lupe genommen.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Das Sprichwort beschreibt meinen Praxistest mit dem Akku-Saugheber «Grabo Pro V2 Brushless» vom vergangenen Juli recht gut. Oder zumindest das Ende, denn dieses war etwas abrupter als geplant. Im besagten Praxistest habe ich den «Grabo» zusammen mit einem Zubehörset der Swan Tool Group als Vakuumspannsystem für den stationären Einsatz erprobt. Ein Gerätedefekt verhinderte aber leider ausführlichere Tests mit dem Zubehörset.

In erster Linie für den temporären Betrieb beim Heben und Tragen von diversen Materialien ausgelegt, überhitzte der Motor des «Grabos» im Dauerbetrieb beim Spannen von Werkstücken. Das Zubehörset der Swan Tool Group aus den USA, sprich die «Vac Plate», die unter den «Grabo» geschnallt wird, und die beiden «Vac Pucs»-Saugmodule waren an dem Defekt nicht ganz unschuldig. Denn die Dichtigkeit der Kupplungsverbindungen liess bei meinem Testset zu wünschen übrig. Der stetige Druckverlust und das damit verbundene, permanente Nachpumpen führten schliesslich zum Defekt beim «Grabo». Meine bis dahin gemachten Erfahrungen mit dem Akku-Saugheber und die detaillierten Informationen über das Gerät sowie das Zubehörset der Swan Tool Group sind im Bericht «Mobiles Vakuum für den stationären Einsatz» nachzulesen.

Hausaufgaben gemacht?

Inzwischen hat der Hersteller nachgebessert und den «Grabo» mit einer neuen Steuerplatine versehen sowie die Software des Geräts angepasst. Ein Überhitzen des Motors soll somit nicht mehr möglich sein.

Ob der «Grabo» mit dem Dauerbetrieb im stationären Einsatz nun zurechtkommt, wollte ich in diesem Praxistest ermitteln. Zudem möchte ich an den Bericht vom Juli anknüpfen und herausfinden, ob ich mit den undichten Kupplungen bei dem Zubehörset einfach Pech hatte oder ob es eine generelle Frage der Qualität ist.

Einen «Grabo» mit neuer Steuerplatine sowie ein neues Zubehörset stellte mir erneut die Gran-déco GmbH in Wolfhausen ZH zur Verfügung – offizieller Vertriebspartner von Grabo in der Schweiz.

Um einiges besser, aber …

Beim Auspacken lag mein Augenmerk natürlich besonders auf den Steckkupplungen der «Vac Plate», den «Vac Pucs» sowie auf den Luftschläuchen des Zubehörsets. Optisch konnte ich keine Unterschiede zum Set aus meinem ersten Praxistest feststellen, und auch das Zusammenstecken der Kupplungen fühlte sich genauso an. Schnell zeigte sich aber, dass das System nun deutlich dichter war. Einen gewissen Druckverlust konnte ich zwar weiterhin feststellen, doch dieser war deutlich geringer als beim Zubehörset aus meinem ersten Praxistest. Beim Spannen einer bakelisierten Sperrholzplatte mit 0,5 bar Unterdruck musste der «Grabo» zirka alle fünf Sekunden kurz nachpumpen, um das Vakuum zu halten. Bei dem anderen Set wurde der Zielwert gar nie erreicht und der Akku-Saugheber war ununterbrochen am Arbeiten.

Sicher gespannt

Somit konnte ich das Zubehörset nun etwas ausführlicher testen. Durch die schmale Bauweise der «Vac Pucs» kann etwa ein Türrahmenfries problemlos gespannt werden. Das Werkstück sitzt dabei erfreulich fest und mit wenig Spiel auf den Saugmodulen – präzise Bearbeitungen sind somit ohne Weiteres möglich. Die Haltekraft hängt natürlich vom Material und dem eingestellten Unterdruck ab. Bei dem unbehandelten Türrahmenfries aus Fichte und den eingestellten 0,5 bar empfand ich diese aber als absolut ausreichend.

Die Haltekraft ist auch stark genug, um schwerere Werkstücke vertikal zu spannen, wie auf den Bildern 3 und 4 zu sehen ist. Um ein Verrutschen zu verhindern, ist hier eine zusätzliche Auflage unter dem gespannten Stück aber sinnvoll. So rutschte die Massivholzplatte im Zuge meiner Hammerschläge bei den Stemmarbeiten auf der oberen Kante bei jedem Schlag ein wenig nach unten. Mit einer Anschlagleiste und zwei Zwingen war das Problem aber schnell gelöst. Bearbeitungen mit weniger grossen Belastungen von oben waren aber auch ohne die Anschlagleiste möglich.

Schablonenbefestigung leicht gemacht

Unerwartet Gefallen gefunden habe ich an der mobilen Nutzung der «Vac Pucs». Diese können nämlich auch umgedreht und mit dem aufsteckbaren Griff als Alternative zu einem Stossholz oder in einer ähnlichen Anwendung eingesetzt werden. So zum Beispiel zum Nachfräsen einer Kontur an einer Schablone. Die Konturschablone kann hierfür zwischen dem Werkstück und einem «Vac Puc» platziert werden. Ein Loch in der Schablone, in meinem Fall eine Plexiglasplatte, und ein Dichtungsstreifen aus selbstklebendem Moosgummi sorgen dafür, dass die drei Protagonisten durch das Vakuum fest zusammenhalten. Das Werkstück kann somit rundum bearbeitet werden und eine Befestigung der Schablone mittels Leim, doppelseitigem Klebeband oder Schrauben entfällt. Besonders bei der Serienfertigung von vielen gleichen Stücken ist dies eine praktische Anwendung, wie ich finde. Sicherlich gilt es hier, den Schnittdruck zu beachten, aber bei meinem Versuch mit einer 12-mm-Pappelsperrholzplatte und bis zu 6 mm Materialüberstand, den der Spiralfräser zu bewältigen hatte, konnte ich kein Verrutschen der Schablone feststellen. Allerdings hätte ich mir beim Zubehörset etwas grosszügiger dimensionierte Schlauchlängen gewünscht. Gerade bei der mobilen Anwendung würde das für mehr Bewegungsfreiheit sorgen.

Abschliessendes Fazit zum «Grabo»

Meine Erwartungen an die Praktikabilität im stationären Einsatz hat der «Grabo» im ersten Praxistest eigentlich bereits erfüllt. Die Möglichkeit, den Akku-Saugheber sowohl auf der Baustelle zum Heben und Tragen als auch in der Werkstatt als Vakuumspannsystem zu nutzen, macht das Gerät für mich zu einem praktischen und vielseitigen Werkzeug. Mit der neuen Steuerplatine sind nun auch die Zweifel ausgeräumt, die der Defekt bei mir hinterlassen hat. In meinem Härtetest mit einer dünnen Platte aus Pappelsperrholz, bei der es für den «Grabo» unmöglich war, den Zielwert von 0,8 bar aufzubauen, drosselte das Gerät die Pumpe nun nach ca. 45 Sekunden selbstständig auf 0,5 bar. Nach 20 Minuten in diesem Dauerbetrieb machte sich der Akku-Saugheber sowohl akustisch durch einen Piepton als auch optisch durch ein Blinken des Displays bemerkbar. Gleichzeitig drosselte der «Grabo» die Pumpe weiter auf 0,2 bar. In diesem Modus hielt das Gerät weitere 30 Minuten durch, bevor letztlich der Akku leer war. Nach einem kurzen Nachladen des Akkus liess sich der Saugheber wieder wie gehabt benutzen.

Abschliessendes Fazit zum Zubehörset

Womit wir bei der «Vac Plate» und den «Vac Pucs» der Swan Tool Group wären. Klar, aus zwei Beispielen lässt sich kaum ein gesamtgültiges Verdikt fällen. Dennoch würde ich im Zweifel für den Angeklagten dazu tendieren, das Zubehörset aus dem ersten Praxistest als Montagsprodukt zu verbuchen. Aus meiner Sicht hat die Qualität der Steckverbindungen aber dennoch etwas Luft nach oben. Ein kurzer Versuch hat ausserdem gezeigt, dass sich auch mit zwei Abschnitten Mineralwerkstoff, etwas selbstklebendem Moosgummi und einem Pneumatikschlauch ohne Weiteres eine Vakuumplatte und ein Saugmodul für den «Grabo» basteln lassen. Alternativ kann natürlich auch auf professionellere Komponenten aus der Pneumatik zurückgegriffen werden. Ansonsten finde ich das Zubehörset aber durchdacht und auch stimmig proportioniert. Einzig die Schläuche könnten etwas länger sein. Besonders bei der mobilen Nutzung der «Vac Pucs» fehlen hier einige Zentimeter für ein unkompliziertes Handling.

Alles in allem ist das Zubehörset der Swan Tool Group eine praktische Ergänzung zum «Grabo» – mit Abstrichen bei der Qualität der Steckverbindungen – aber definitiv kein Muss. Der Akku-Saugheber lässt sich auch ohne Zubehör vielseitig als Vakuumspanner nutzen, was ihn für mich zu einer interessanten Alternative zu anderen Vakuumspannsystemen macht.

www.gran-deco.chwww.grabo-schweiz.ch

Sven Bürki

Veröffentlichung: 22. Oktober 2026 / Ausgabe 43/2026

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