Kalkulierbare Kosten für den Gerätepark

Handmaschinen im Lager: Neben dem Kauf gewinnen Servicemodelle an Bedeutung. Bild: Michael Nussbaum

Leasing.  Ob gekauft, gemietet oder geleast: Entscheidend ist für viele Betriebe nicht die Finanzierungsform, sondern die Verfügbarkeit der Maschinen. Servicepakete und Flottenmanagement reduzieren Ausfälle sowie den administrativen Aufwand.

Leasing ist in vielen Branchen längst etabliert. Fahrzeuge, IT-Hardware, Medizingeräte oder Büroräume werden heute häufig nicht mehr gekauft, sondern geleast. Die monatliche Ratenzahlung gilt als etabliertes Finanzierungsmodell, da sie Kosten planbar macht und zusätzlichen finanziellen Spielraum bietet.

Leasing ist bedingt gefragt

Während Leasing bei Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern zum Alltag gehört, bleibt es bei Handmaschinen und Werkzeugen die Ausnahme, wie Recherchen bei bekannten Herstellern zeigen. Akkuschrauber, Tauchsägen oder Schleifmaschinen zu leasen, sei laut Produzenten in der Schweiz kaum gefragt. Unternehmen wie Bosch, Festool, Makita, Lamello, Würth, Fein oder DeWalt bieten kein direktes Leasing an oder haben entsprechende Modelle aufgrund der geringen Nachfrage wieder eingestellt. Weshalb das so ist, darüber lässt sich spekulieren. Ein Grund liegt sicher in den vergleichsweise tiefen Investitionssummen. Während bei Fahrzeugen oder stationären Holzbearbeitungsmaschinen schnell sechsstellige Beträge zusammenkommen, sind die Kosten für eine Handmaschinenflotte meist deutlich überschaubarer; entsprechend entscheiden sich viele Betriebe weiterhin für den klassischen Kauf.

Der eigentliche Trend heisst Service

Dynamischer entwickelt sich dagegen der Markt für Dienstleistungen rund um die Geräte. Servicepakete, Flottenmanagement, Ersatzgeräte, digitale Verwaltung und kalkulierbare Gesamtkosten gewinnen an Bedeutung. Für viele Betriebe steht heute nicht mehr die Frage, wie eine Maschine finanziert wird, im Vordergrund, sondern wie sie möglichst zuverlässig verfügbar bleibt. David Meier, Inhaber der Firma Revotool AG in Uetendorf BE, bestätigt diese Entwicklung. Das Unternehmen biete zwar die Möglichkeit, Maschinen über einen externen Finanzierungspartner zu leasen, die Nachfrage sei jedoch gering. «Leasing wird bei Handmaschinen nur von etwa fünf Prozent der Kunden genutzt. Das ist meistens dann interessant, wenn eine Firma ihr Kapital anderweitig einsetzen möchte.» Da viele Geräte weit länger genutzt werden als eine typische Leasingdauer von drei oder vier Jahren, rechnet sich ein Kauf in vielen Fällen besser. «Viele Geräte werden fünf, zehn oder sogar zwölf Jahre genutzt. Wenn das Geld vorhanden ist, fährt man meist besser, wenn man kauft und einen guten Preis aushandelt.»

Leasing könne dennoch sinnvoll sein, etwa wenn ein Unternehmen gleichzeitig grössere Investitionen tätigt oder bewusst Liquidität für andere Projekte zurückhalten möchte. Für die Mehrheit der Käufer spiele dieses Argument jedoch keine entscheidende Rolle.

Garantiert einsatzbereit

Die Revotool AG setzt bei ihren Hikoki-Produkten vor allem auf «Service All-incl.». Das beim Kauf abschliessbare Paket kostet 22 Prozent des Bruttoverkaufspreises des Gerätes und deckt Reparaturen und Schäden während dreier Jahre ab. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Herstellergarantie und Servicepaket. Während die zweijährige Garantie lediglich Material- und Fabrikationsfehler abdeckt, umfasst das Serviceangebot deutlich mehr. «Wenn eine Maschine vom Dach fällt oder jemand mit dem Lieferwagen darüberfährt, wäre das keine Garantieleistung. In unserem Servicepaket ist das aber abgedeckt», sagt Meier. Während der garantierten Laufzeit werden beschädigte Maschinen repariert respektive ersetzt, wenn eine Instandstellung wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist. Zum Leistungsumfang gehören zudem die gesamte Reparaturabwicklung, der Versand sowie bei Bedarf auch Ersatzgeräte. Im Normalfall erfolgt die Reparatur innerhalb von 48 Stunden. Muss ein Betrieb ohne Unterbruch weiterarbeiten, steht bereits am nächsten Werktag ein Ersatzgerät zur Verfügung.

Planbare Kosten statt Überraschungen

Für viele Unternehmen steht dabei weniger die Finanzierung im Vordergrund als die Kalkulierbarkeit der Kosten. Statt für jede Reparatur Kostenvoranschläge einzuholen oder interne Freigaben zu organisieren, sind die Ausgaben durch ein Servicepaket über die gesamte Laufzeit von Anfang an bekannt. «Wenn eine Firma grösser wird, möchte sie sich nicht mehr mit jedem Kostenvoranschlag beschäftigen. Die Verantwortlichen wollen wissen, was die Maschinen in den nächsten drei Jahren kosten.» Laut Meier wird das Servicepaket je nach Fachhändler bei rund jeder fünften Maschine abgeschlossen, teilweise sogar deutlich häufiger. Besonders Betriebe mit mehreren Montageteams oder einem grösseren Maschinenpark profitieren von den vereinfachten Abläufen. «Früher sagte man: Wenn etwas kaputtgeht, bezahlen wir die Reparatur. Heute wollen viele genau wissen, welche Kosten in den nächsten Jahren auf sie zukommen.»

Interessant bei hartem Einsatz

Ob sich ein Servicepaket lohnt, hängt stark vom Einsatzbereich ab. Maschinen auf Baustellen sind deutlich höheren Belastungen ausgesetzt als Geräte, die hauptsächlich in der Werkstatt eingesetzt werden. Feuchtigkeit, Staub, Temperaturschwankungen oder Stürze erhöhen das Risiko von Schäden erheblich. «Je härter die Maschine beansprucht wird, desto sinnvoller wird das Servicepaket. Für einen Betrieb, der täglich auf Baustellen arbeitet, bringt es deutlich mehr als für eine Maschine, die nur gelegentlich in der Werkstatt gebraucht wird», sagt Meier. Dass sich ein solches Angebot auszahlen kann, zeigt die Frutiger AG in Uetendorf BE. Die Baumaschinen und Elektrowerkzeuge des Unternehmens sind täglich auf Baustellen im Einsatz. Entsprechend wichtig sind schnelle Reparaturen und ein verlässlicher Service. «Durch das Servicepaket müssen sich die Kunden während dreier Jahre weder um Reparaturkosten noch um unerwartete Ausgaben Gedanken machen. Sie wissen genau, was ihre Maschinen kosten werden», sagt Marco Trachsel, Technischer Berater für Elektrogeräte und Baustellenservice des Bauunternehmens. Die Firma bezieht seit vielen Jahren die Geräte bei der Revotool AG und verkauft oder vermietet diese dann weiter an Baufirmen. Jede Maschine wird beim Verkauf registriert und erhält eine eindeutige Zuordnung zum Kunden. Das erleichtert die Verwaltung des Maschinenparks und hilft im Falle eines Diebstahls. Dank der hinterlegten Seriennummern können betroffene Geräte eindeutig identifiziert und den Behörden gemeldet werden. «Viele Unternehmen führen keine detaillierten Listen ihrer Werkzeuge. Mit unserem System lassen sich die Daten jederzeit rasch abrufen», sagt Trachsel.

Flottenmanagement in der Praxis

Als einer der wenigen Anbieter hat Hilti mit seinem Flottenmanagement seit Jahren ein Modell etabliert, das über den reinen Maschinenkauf hinausgeht und zusätzliche Serviceleistungen umfasst. Das Modell funktioniert ähnlich wie eine langfristige Miete von Maschinen. Am Ende der Vertragsdauer, die maximal fünf Jahre dauert, gehen die Geräte zurück an den Hersteller und werden recycelt. Die anfallenden monatlichen Kosten decken neben der Nutzung auch verschiedene Serviceleistungen wie Wartung, Reparaturen und Diebstahlabsicherung ab.

Damit die Arbeit weiterläuft

Die PB Schreinermontagen AG in Gossau SG nutzt das Flottenmanagement von Hilti. Geschäftsführer Jack Breitenmoser schätzt vor allem den geringen Verwaltungsaufwand und die enthaltenen Serviceleistungen. Während der vierjährigen Vertragsdauer sind Reparaturen und Ersatzleistungen eingeschlossen. Defekte Maschinen würden rasch ersetzt oder repariert, ohne dass sich der Betrieb selbst um die Abwicklung kümmern müsse. «Die Maschine ist am dritten Tag nach dem Abschicken wieder geflickt bei mir im Haus», sagt Breitenmoser. Gerade für einen Betrieb, dessen Mitarbeitende auf Baustellen in der ganzen Schweiz im Einsatz sind, zahlt sich dieses Modell aus. Fällt beispielsweise auf einer Baustelle in Basel ein Bohrhammer aus, kann kurzfristig Ersatz organisiert werden. «Wenn ein Mitarbeiter morgen einen Ersatz braucht, kann ich am Nachmittag den Hilti-Aussendienst anrufen und habe ihn heute noch bei mir.» Im Notfall könne ein Ersatzgerät sogar direkt auf die Baustelle geliefert werden.

Immer auf dem neusten Stand

Ein weiterer Vorteil liegt für Breitenmoser in der Planungssicherheit. Alle Mitarbeitenden erhalten nach vier Jahren automatisch einen neuen Maschinensatz. Dadurch lassen sich ältere, reparaturanfällige Geräte vermeiden. Übernehmen könnte der Betrieb die Maschinen zwar auch, Breitenmoser verzichtet jedoch bewusst darauf, um spätere Reparaturkosten zu vermeiden. Im Unternehmen verfügt jeder der rund 35 Mitarbeitenden über denselben Maschinensatz, bestehend aus Bohrhammer, Stichsäge, Akkuschraubern, Schlagschrauber, Oszillierer, Laser sowie Akkus und Ladegeräten. Damit sind insgesamt über 200 Geräte im Einsatz. Trotz höherer monatlicher Kosten gegenüber einem klassischen Kaufmodell betrachtet Breitenmoser das Flottenmanagement als wirtschaftliche Lösung. «Während vier Jahren habe ich einfach nichts zu tun mit den Maschinen.» Zusätzlich können teure Spezialgeräte, die nur gelegentlich benötigt werden, bei Bedarf gemietet werden. «Brauchen wir für eine Baustelle einen Rotationslaser oder ein Bolzensetzgerät, können wir das Gerät kurzfristig beziehen und nach dem Einsatz wieder zurückgeben», sagt Breitenmoser.

Übersichtlicher Gerätepark

Ergänzend zum Flottenmanagement steht den Kunden mit «ON!Track Ready» eine digitale Lösung für die Verwaltung von Betriebsmitteln zur Verfügung. Die App- und Webanwendung ermöglicht unter anderem die Übersicht über Gerätebestände, den Status von Reparaturaufträgen sowie die Verwaltung von Service- und Kalibrierungsnachweisen. Darüber hinaus können Batterien überwacht und Ersatzbestellungen ausgelöst werden. Dazu werden die Maschinen auf einer Plattform registriert und einzelnen Mitarbeitenden zugeordnet. Über ein elektronisches Tag an der Maschine, das mit einem QR-Code und der Seriennummer versehen ist, lässt sich jederzeit nachvollziehen, welches Werkzeug sich in welchem Fahrzeug oder auf welcher Baustelle befindet. «Der Mitarbeiter hat jederzeit Einsicht, was er im Auto hat, genauso wie ich.» Diese Transparenz habe ausserdem die Verluste massiv reduziert.

Flexible Versicherungslösungen

Eine weitere Lösung bietet die Arthur Weber AG mit den Serviceprogrammen «AW+ Classic» und «AW+ Premium» an. Beide Modelle kombinieren den Einsatz von Elektrowerkzeugen mit zusätzlichen Serviceleistungen, unterscheiden sich jedoch in der Art der Finanzierung. Bei «AW+ Classic» kaufen die Kunden die Geräte und zusätzlich den Service und bleiben deren Eigentümer. Gleichzeitig sind während dreier Jahre alle Reparaturkosten abgedeckt. «AW+ Premium» basiert dagegen auf einem Leasingmodell mit monatlichen Raten. Ein Merkmal des Angebots ist die Möglichkeit, Geräte verschiedener Hersteller innerhalb eines Maschinenparks zu kombinieren. Darüber hinaus können Betriebe ihren Gerätebestand an den tatsächlichen Bedarf anpassen und bei Auftragsspitzen zusätzliche Maschinen beziehen. Für spezielle Anwendungen können auch weitere Geräte aus dem Maschinenpark gemietet werden; überdies ist ein Sturz- oder Wasserschaden pro Gerät abgedeckt. Bei defekten Geräten wird innerhalb von 24 Stunden eine kostenlose Ersatzmaschine zur Verfügung gestellt.

www.revotool.comwww.frutiger.comwww.hilti.chwww.arthurweber.ch

michael nussbaum

Veröffentlichung: 08. Oktober 2026 / Ausgabe 41/2026

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