Auf neuen Instrumenten spielen

Reger Austausch unter Berufskollegen: Die Lehrpersonen gaben ihre Erfahrungen mit Lernjobs zum Besten. Bild: SZ, Patrik Ettlin

Grundbildung.  Die zweitägige Tagung der Lehrkräfte in Biel BE wurde zur eigentlichen Standort- bestimmung im Rahmen der Lehrreform. Das organisierende Bildungsnetz Schweizer Schreiner (Bin) sammelte die Erfahrungen und gab neue Lehrelemente mit auf den Ausbildungsweg.

Seit August 2014 werden die Lernenden im ersten Lehrjahr nach der neuen Schreinerlehre EFZ ausgebildet. Lehrkräfte, Lehrbetriebe und Lernende sind gleichwohl gefordert, dieses angepasste System optimal umzusetzen. Die erste Impulstagung des Bildungsnetzes Schweizer Schreiner 2015 hat auch aufgezeigt, dass der eingeschlagene Kurs richtig ist. «Die sogenannten Lernjobs, welche den handlungskompetenzenorientierten Unterricht fördern, sind ein gutes Instrument», zog Urs Hemmig, Bin-Projektgruppenleiter Lehrreform, nach den eingeholten Erfahrungswerten eine erste Bilanz.

Kürzer, einfacher, praxisbezogener

Der Einsatz dieser Lernjobs fällt in der Praxis unterschiedlich aus. Einzelne Lehrer konnten bei der Berichterstattung und in den Workshops aus dem Vollen schöpfen, anderen steht ein erster Lernjobeinsatz erst noch bevor. Das Feedback fiel jedoch recht einheitlich aus: Je praxisbezogener, je kürzer und je einfacher die Aufgabenstellung, desto besser fallen auch die Resultate der Lernenden aus.

In interessanten Workshops wurde das weitere Instrument «Lernen durch lehren» vorgestellt. Wertvolle Ideen und Impulse veranschaulichten anhand aufgearbeiteter Beispiele dieses System. Abgerundet wurde das Thema Lehrreform von Romain Rosset, VSSM-Bereichsleiter Berufsbildung, und dessen Nachfolger Daniel Zybach. Diese gingen noch einmal auf die Einführungsschritte und den Zeitplan bis ins Jahr 2018 ein.

Für Lernende wichtig: glaubwürdig sein

Das Inputreferat von Hans Furrer, Projektgruppenmitglied Lehrreform, brachte den Tagungsteilnehmenden die Konsequenzen aus der Studie von John A. Hattie näher. Das Erstaunlichste: Eigenschaften wie Glaubwürdigkeit oder konstruktives Feedback der Lehrperson wird bei den Lernenden gemäss Hattie weit mehr gewichtet wie das Fachwissen.

Der zweite Impulstag stand ganz im Zeichen des Fensterbaus. Unter dem Titel «Fenstertechnologie heute» berichtete Christoph Rellstab, Leiter der Höheren Fachschule Holz Biel, über die aktuellsten Herausforderungen in diesem Fachbereich und den Projekten in «seiner» Schule. Mit Interesse folgten die Lehrpersonen auch den Ausführungen von Robert Schmutz. Der Dozent an der Höheren Fachschule Holz Biel präsentierte das neue Lehrmittel «Fensterbau Basiswissen FFF» und dessen möglichen Einsatz im Berufsschulunterricht.

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Bin-Generalversammlung

Aktives Bildungsnetz

An der 62. Generalversammlung der Bin-Genossenschaft in Biel wurde der Jahresabschluss 2014 ebenso mit Applaus genehmigt wie das Protokoll der letzten GV in der Kartause Ittingen TG. Die Ausführungen zu den Verlagsschwerpunkten und zur Weiterbildung 2015 zeigten die starken Bin-Produkte und -Aktivitäten auf. Genossenschaftspräsident Peter Stocker betonte, dass die Bin-Palette eine solide und moderne Basis darstelle. «Doch auch beim Bin werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen», relativierte er mit Verweis auf die schwierigen Rahmenbedingungen. Letztlich bedankten sich Stocker und das VSSM-Zentralvorstandsmitglied Anita Luginbühl für das Wirken der Lehrpersonen und der Bin-Fachleute. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit der würdigen Verabschiedung der beiden langjährigen VSSM-Bildungsfachleute Romain Rosset und Andres Loosli.

pet

Veröffentlichung: 09. April 2015 / Ausgabe 15/2015

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