De Sede kämpft mit Plagiat in Zürcher Luxushotel

So präsentiert sich das fragliche Sofa im Luxushotel Five in Zürich. Bild: de Sede

Produktfälschung. In einem Zürcher Luxushotel steht offenbar eine Fälschung des Sofas «DS-600» von de Sede. Nun verlangt der Hersteller von Polstermöbeln aus Klingnau vom Hotelbetreiber eine Erklärung, wie es zu diesem Objekt kam. 

Für die Verantwortlichen der Polstermöbelmanufaktur de Sede in Klingnau AG ist sonnenklar: Im Zürcher Luxuhotel Five steht ein Plagiat des sogenanten Tatzelwurms. Bei dem Möbel, auf dem der Besitzer des Hotels in einem Beitrag auf «Blick-TV» zusehen ist, handle sich um «eine klar erkennbare Fälschung» des Modells «DS-600» . Mit einer rechtlichen Abmahnung verlang de Sede vom Hotelbetreiber nun eine Erklärung, «wie das Hotel zu einem gefälschten Produkt von de Sede kam und warum es dieses gefälschte Objekt nutzt». Laut de Sede sei es grundsätzlich verboten, Fälschungen von marken-, design- und urheberrechtlich geschützten Produkten in die Schweiz zu bringen. Laut de-Sede-CEO Monika Walser werde ihre Firma immer wieder Opfer von Produktpiraterie. «Das wollen und können wir nicht zulassen, weil damit die innovative Leistungen unseres Unternehmens bedroht werden.»

Besitzer vor Ort mit Plagiat konfrontiert

Bei dem betreffenden Luxushaus am Fusse des Uetlibergs handelt es sich um das einstige Hotel Atlantis, das unlängst unter dem Namen «Five» neu eröffnet wurde. Der neue Besitzer ist Kabir Mulchandani. Dei Holding des Inders hatte den Betrieb 2020 von der Katarischen Königsfamilie übernommen und umbauen lassen. Wie de-Sede-Marketingchefin Ursula Grenacher auf Anfrage sagt, hätten CEO Walser und Produktionschef Arben Mehmeti das besagte Möbelstück vor Ort begutachtet und den Hotelmanager und den Besitzer mit der «offensichtlichen Fälschung» konfrontiert. «Nachdem dann innert 24 Stunden keine Reaktion erfolgte, haben wir formelle Schritte eingeleitet.» Fälschungen seien nicht nur ein Problem für de Sede als Schweizer Manufaktur sondern auch unfair anderen Hotels in Zürich gegenüber, wo Gäste auf Originalen sässen. Als Beispiel nennt Grenacher das neue «Hyatt Regency» im Circle am Flughafen. 

Ein 50-jähriger Klassiker

Das Sofa «DS-600» ist ein Entwurf eines Schweizer Designkollektives aus dem Jahr 1972.  Es ist modular augebaut, die geschwungenen Elemente können frei aneinandergereiht werden, daher auch der Name «Tatzelwurm». Laut de Sede schmückt es das Wohnzimmer so berühmter Leute wie Tina Turner oder Mick Jagger. Es sei auch der «Star» zahlreicher Bondfilme. Das längste seiner Art mit 406 Elementen in Regenbogenfarben stehe aktuell im Palast eines Sultans. 

Stefan Hilzinger

www.desede.ch

Veröffentlichung: 14. Juli 2022

Artikel zum Thema

26. März 2026

Tische statt Brennholz

Blickfang Basel.  Die internationale Designmesse am Rheinknie vermochte wiederum mehr als 12 000 Besucherinnen und Besucher anzulocken. Die Verkaufsschau ermöglicht es immer wieder auch neuen Schreinerlabels, auf Tuchfühlung mit der Kundschaft zu gehen.

mehr
05. Februar 2026

Freunde fürs Leben

Stummer Diener.  Sogenannte Herrenmöbel führen ein Dasein abseits von Moden und Trends. Doch wer glaubt, es gibt sie sowieso nicht mehr, der möge sich mit den folgenden Beispielen von der Vielfalt der nützlichen Gestellmöbel überzeugen lassen.

mehr

weitere Artikel zum Thema:

Möbel