Tische statt Brennholz


Lorenz Hahne von Luha.Wood aus Zürich erklärt Besucherinnen, wie ihre Tische entstehen. Bild: Stefan Hilzinger


Lorenz Hahne von Luha.Wood aus Zürich erklärt Besucherinnen, wie ihre Tische entstehen. Bild: Stefan Hilzinger
Blickfang Basel. Die internationale Designmesse am Rheinknie vermochte wiederum mehr als 12 000 Besucherinnen und Besucher anzulocken. Die Verkaufsschau ermöglicht es immer wieder auch neuen Schreinerlabels, auf Tuchfühlung mit der Kundschaft zu gehen.
Zürich im Herbst und Basel im Frühjahr sind die beiden festen Schweizer Termine der Designmesse «Blickfang». Die weiteren Standorte Stuttgart, München und Wien machen den Anlass mittlerweile zu einem der grössten und bekanntesten seiner Art in Europa. Vergangenes Wochenende drehte sich nun also in der Eventhalle der Messe Basel alles um wohlgestaltete Möbel, Mode und Schmuck. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher, nämlich rund 12 200, erfreute die Macherinnen und Macher der Verkaufsschau und auch die rund 120 Ausstellenden in Basel.
Ob und wie viel tatsächlich an der Messe selbst verkauft werden konnte, muss hier unbeantwortet bleiben. Die Bereitschaft zu Spontankäufen, so sagte es ein langjähriger Aussteller gegenüber der Schreinerzeitung, sei früher doch einiges grösser gewesen. «Die Leute entscheiden längst nicht mehr allein auf Messen, sondern vielmehr schon im virtuellen Raum», so seine Aussage. Dennoch schätzen es viele, dass an der «Blickfang» die Dinge noch angeschaut und auch angefasst werden können. Davon haben auch die ausstellenden Schreinerinnen und Schreiner profitiert, denn die Messe ist auch ihr Schaufenster für ein urbanes, zahlungskräftiges Publikum.
Die Macher der Ausstellung haben es sich auf die Fahne geschrieben, junge Designer und Unternehmen zu fördern, etwa mit der Prämierung des Future Forward Award
und einer Einladung an die Messe. In Basel waren dies David Lunt und Lorenz Hahne von Luha.Wood aus Zürich. Die beiden Jungunternehmer stellten in Basel nicht nur Massivholztische aus, sondern auch das patente Tabouret «Papillon», das aus zwei losen Teilen zusammengesteckt wird und bei Nichtgebrauch platzsparend versorgt werden kann. Die zweiten Preisträger des Awards waren aus Budapest angereist. Designerin Sará Kele und die Schreiner Adam Pavel und Attila Molnar entwerfen und bauen unter dem Label «Zero» Tische aus umgestürzten Bäumen, etwa nach Windwurf. «Wir verwenden Holz, das eigentlich für den Ofen bestimmt war», erklärt Kele. Form und Dimension der Tische richten sich nach den Ausmassen der verfügbaren Stämme. Nicht nur die Tischplatte ist aus dem jeweiligen Holz, sondern auch das Untergestell. «Unser Anspruch ist es, das Holz möglichst vollständig zu verwerten», sagt Kele. Die Ungarn hoffen in Basel auf Interesse des Publikums und einen möglichen Schweizer Wiederverkäufer.
Michaël Martins aus Ollon VD hat sich als Designer unter dem Namen Atelier M12 selbstständig gemacht. Der gelernte Schreiner baut Prototypen nach den Wünschen der Kundschaft oder nach eigenen Ideen und lässt die Stücke dann in der gewünschten Anzahl bei Schreinereien in der Schweiz fertigen. «Wir lassen nur auf Bestellung produzieren. So vermeiden wir Überproduktion und legen den Fokus auf langlebige Einzelstücke», sagt Martins.
Aus nachwachsenden Rohstoffen sind auch die bunten Leuchten von David Balmer. Im Studio Filou in Basel arbeiten zwei 3D-Drucker mit Filamenten aus Maisstärke und Zuckerrohr. «Die Leuchten lassen sich tatsächlich kompostieren», sagt der junge Designer. Die «Blickfang» Zürich findet vom 20. bis 22. November statt. Stefan Hilzinger
Veröffentlichung: 26. März 2026 / Ausgabe 13/2026
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