Entspannung auf dem Lehrstellenmarkt

Viele Lehrstellen sind mittlerweile vergeben. Bild: VSSM

Lehrstellen. Während des coronabedingten Lockdowns wurden kaum Lehrverträge unterzeichnet. Nun hat sich die Lage bei der Lehrstellenvergabe 2020 wieder stabilisiert.

Mitte Juli kam der Hilferuf vom Schreinermeisterverband des Kantons Bern: 60 Lehrstellen seien noch offen. Aufgrund des Corona-Lockdowns blieben nicht nur die Anfragen von interessierten Jugendlichen für eine Schreinerlehre aus, auch die Betriebe wollten in dieser Zeit keine Schnupperlehrlinge empfangen.

Nur ein Prozent weniger Lehrverträge

Mittlerweile habe sich die Lage bei der allgemeinen Lehrstellenvergabe 2020 wieder stabilisiert, schreibt nun das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) in einer Mitteilung. Die Anstrengungen der Betriebe und der Partnerverbände hätten ihre Wirkung gezeigt: «Gesamtschweizerisch sind per Ende Juli 2020 knapp 66'000 Lehrverträge unterzeichnet worden.» In der Deutschschweiz sind kaum Veränderungen auf dem Lehrstellenmarkt zu erkennen. Im Vergleich zum Juli 2019 sind die besetzten Lehrstellen um ein Prozent zurückgegangen. In einzelnen Kantonen wurden sogar mehr Lehrverträge abgeschlossen.

Schreinerbrache hat sich auch stabilisiert

Auch in der Schreinerbranche zeichnet sich dieses Bild ab. Anfangs Juni sprachen die beiden Grossregionen Bern und Zürich noch «von einer negativen Entwicklung der Lehrlingszahlen». Dieser Trend konnte aber gebrochen werden. Patrick Müller, Geschäftsleiter des Schreinermeisterverbands Kanton Zürich (SVZ), sagt: «Die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge 2020 bewegt sich leicht über Vorjahresniveau. Die offenen Stellen halten sich darum, zum Glück, in Grenzen.»

Ein Minus von sechs Prozent

Auch im Kanton Bern habe sich die Lage glücklicherweise entspannt, sagt Martin Schafer, Geschäftsleiter des Schreinermeisterverbands Kanton Bern. Die Anzahl der abgeschlossenen Lehrverträge liegt im normalen Rahmen: «Wir verzeichnen ein Minus von ungefähr sechs Prozent. Vermutlich wurden während der Lockdown-Zeit die Schnupperlehren einfach nur ausgesetzt oder verschoben», erklärt Schafer weiter. Zwischen Anfang Juni und Mitte Juli seien noch rund 85 unterzeichnete Lehrverträge eingegangen. Somit seien im Kanton Bern bis Ende Juli 209 Lehrverträge abgeschlossen worden.

Lehrbeginn ist noch möglich

Laut SBFI sei die Unterzeichnung von Lehrverträgen für Lehrbeginn 2020 nach wie vor möglich. Zudem unternehmen die Kantone in Zusammenarbeit mit den Organisationen der Arbeitswelt und den Betrieben verschiedene Anstrengungen, um den Jugendlichen den Einstieg in eine Berufsbildung zu ermöglichen. Angesprochen sind dabei auch Jugendliche, die bereits in einem Brückenangebot eingeschrieben sind und die Voraussetzungen für eine berufliche Grundbildung erfüllen.

Noch 12'000 offene Lehrstellen für 2020

Auf dem Portal berufsberatung.ch findet sich der offizielle Lehrstellennachweis der Kantone. Für den Lehrbeginn 2020 waren am 30. Juli 2020 noch 12'622 Lehrstellen ausgeschrieben. Seit 31. Juli 2020 schalten die Kantone nach und nach die Lehrstellen für 2021 auf.

Isabelle Spengler

www.sbfi.admin.ch
www.vssm.ch
www.schreiner-zh.ch
www.bernerschreiner.ch
www.berufsberatung.ch

Veröffentlichung: 21. August 2020

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