Holzernte legt zu

Es wurde wieder mehr Holz aus Privatwäldern geerntet. Bild: Pixabay, Ngsoft

Holzwirtschaft. Die Schweizer Holzernte hat wieder zugelegt. Gerade in privaten Wäldern wurde letztes Jahr mehr Holz geschlagen. Leider verbessert dieser Umstand die finanzielle Situation der Schweizer Forstbetriebe nicht.

Nach dem Tiefpunkt vom Vorjahr hat die Schweizer Holzernte im Jahr 2017 wieder zugenommen. Mit insgesamt 4,69 Millionen Kubikmetern wurde 5 Prozent mehr Holz geerntet als 2016. Der Anstieg ist vor allem auf die grössere Holzernte im Privatwald zurückzuführen. Die finanzielle Situation der Schweizer Forstbetriebe hat sich jedoch nicht verbessert. Dies geht aus der Forststatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) sowie dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz des Bundesamts für Umwelt (BAFU) hervor.

Stammholz der Fichte und Tanne

Letztes Jahr wurde vor allem mehr Stammholz geerntet (plus 7 Prozent). Es ist mengenmässig das wichtigste Sortiment und erlebte auch die stärkste Zunahme. Daneben legte die Ernte von Energiehackholz, welches hauptsächlich in grösseren Schnitzelfeuerungen verwertet wird, mit 6,5 Prozent ebenfalls kräftig zu. Im Alpenland Schweiz machte das Nadelholz – vorwiegend Fichte und Tanne – auch 2017 mit ungefähr zwei Dritteln weiterhin den grössten Anteil der Holzernte aus. Der Rest von etwas mehr als einem Drittel entfiel auf Laubholzsortimente, welches von der Buche angeführt wird.

Rohholzpreise sind leicht angestiegen

Die gesamte Erntemenge in den privaten Wäldern (1,61 Mio. m3) stieg letztes Jahr deutlich an und war mit ihrem Plus von 12 Prozent fast ausschliesslich für die Mehrernte verantwortlich. Im öffentlichen Wald stagnierte die Holzernte bei rund 3,07 Mio. m3 in etwa auf dem Vorjahresniveau. Es kann davon ausgegangen werden, dass Private unter anderem wegen der leicht bessern Preissituation mehr Holz auf den Markt brachten. 2017 stiegen gemäss dem Produzentenpreisindex die Rohholzpreise gegenüber dem Vorjahr um etwa 2 Prozent.

Finanzielle Unterdeckung bleibt bestehen

Die forstbetrieblichen Gesamtausgaben beliefen sich 2017 auf 541 Mio. Franken. Davon wurde knapp ein Viertel durch Forstunternehmungen erbracht, die für die 700 Schweizer Forstbetriebe arbeiteten. Den gesamten Ausgaben standen Einnahmen von 501 Mio. Franken gegenüber, damit ergab sich eine schweizweite Unterdeckung von knapp 40 Mio. Franken.

60 Franken für die Pflege

Gemäss zusätzlichen Informationen, die aus 160 forstwirtschaftlichen Testbetrieben stammen, verlieren die Waldbesitzer durchschnittlich 10 Franken pro Kubikmeter geerntetes Holz. Die Testbetriebe wendeten pro Kubikmeter Holz - von der Fällung bis zu dessen Bereitstellung - durchschnittlich etwa 45 Minuten auf. Pro Hektare Betriebsfläche setzten die Testbetriebe im Schnitt rund 60 Franken für die Pflege des jungen Waldes ein.

ids

www.bfs.admin.ch
www.bafu.admin.ch

Veröffentlichung: 26. Juli 2018

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