Kehlmaschinen im Kleinformat


Bei dieser Tischoberfräse hat der Kandidat das Compact Module System (CMS) von Festool an seine Bedürfnisse angepasst. Bild: Sven Bürki


Bei dieser Tischoberfräse hat der Kandidat das Compact Module System (CMS) von Festool an seine Bedürfnisse angepasst. Bild: Sven Bürki
Tischoberfräsen. An den World Skills loten junge Berufsleute aus aller Welt jeweils die Grenzen von Werkzeugen und Maschinen aus. Besonders eindrücklich zu beobachten ist dies bei den Tischoberfräsen. Eine Übersicht der spannendsten Beispiele von den World Skills in Lyon.
Wenn sich die besten Berufsleute aus aller Welt an den Berufsweltmeisterschaften World Skills messen, kann jedes noch so kleine Detail über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Jede Ungenauigkeit und jeder kleine Fehler kann dazu führen, dass der Kandidat oder die Kandidatin den angestrebten Sieg verpasst.
Fehler gilt es jeweils auch für die Teilnehmenden der Kategorien «Möbelschreiner» und «Massivholzschreiner» zu vermeiden. Um bei jeder Bearbeitung das Maximum an Präzision und Sauberkeit herauszuholen, wird im Vorfeld akribisch an den Methoden, dem Werkzeug und den Maschinen gefeilt. So wird an allen möglichen Stellen etwas optimiert oder verändert, um das Werkzeug an die spezifischen Anforderungen oder das individuelle Bedürfnis anzupassen. Kaum eine Säge, ein Stechbeitel oder eine Oberfräse wird dann noch im Originalzustand eingesetzt.
Eindrücklich zu sehen war dies auch an den World Skills 2024 in Lyon (F). Den fachkundigen Zuschauern dürfte dabei besonders die grosse Vielfalt der eingesetzten Tischoberfräsen ins Auge gefallen sein. Eine Maschine, die in den Schweizer Schreinereien selten anzutreffen ist, da die entsprechenden Bearbeitungen typischerweise auf der Kehlmaschine ausgeführt werden. Zudem wird die Tischoberfräse immer noch eher dem Heimwerker als dem professionellen Holzverarbeiter zugeschrieben.
Wie vielseitig und vor allem wie präzise mit den Maschinen gearbeitet werden kann, stellten die jungen Berufsleute in Lyon jedoch augenscheinlich unter Beweis. Denn lässt man die Fräseleistung und die Grösse der Maschine mal ausser Acht, standen die eingesetzten Mini-Kehlmaschinen ihrem grossem Vorbild zuweilen in kaum etwas nach. So zeigte sich hier die geballte Innovationsfreude der jungen Schreiner. Von selbst konstruierten Kehlschutzvorrichtungen über Längs- und Winkelanschläge bis hin zu ganzen Werkbänken mit integriertem Frästisch – jeder der insgesamt 41 Kandidaten der beiden Schreiner-Kategorien hatte seine Maschine im Vorfeld auf seine Bedürfnisse abgestimmt.
Auch das Fräsersortiment in so mancher Werkzeugkiste liess sich sehen. Einige dieser Fräser wird man im Handel aber vergebens suchen, da es sich um Sonderanfertigungen handelt.
Wie hochwertig oder wie umfangreich die Fräserschubladen oder die Tischoberfräsen an sich ausgestattet waren, variierte zuweilen von Kandidat zu Kandidat stark. Generell ist das Budget für Werkzeug und Maschinen von Nation zu Nation jeweils sehr unterschiedlich, was sich logischerweise auch bei den Tischoberfräsen widerspiegelt. So präsentierte sich die Maschine in Lyon bei manchem Kandidaten etwa als einfacher Eigenbau aus Plattenwerkstoffen, oder es diente anstelle eines teuren Oberfräsenliftes ein Scherenwagenheber zur Höhenverstellung des Fräsers. Auf der anderen Seite sah man auch das eine oder andere Komplettset, das je nach Ausstattung wohl mit mehreren Tausend Franken, Euro oder Dollar zu Buche geschlagen hat.
Die meisten Kandidaten setzten auf eine Hybridlösung aus zugekauften Bauteilen – etwa von UJK, Sauter, Festool, Incra oder Jessem – und Eigenkonstruktionen.
Spannend zu sehen war, dass weiterhin das Compact Module System (CMS) von Festool zum Einsatz kommt oder als Basis für Eigenkonstruktionen dient. Das System wird seit mehreren Jahren nicht mehr im Sortiment von Festool geführt. Grund dafür waren Änderungen der EU-Normen zu den Sicherheitsrichtlinien. So hat das CMS etwa die neuen Vorschriften zur Kippsicherheit nicht mehr erfüllt. Wie es seitens Festool heisst, habe sich der Aufwand für die nötigen Anpassungen als zu gross herausgestellt. Auch die Kompaktheit der Maschine hätte unter den Änderungen gelitten, weshalb man sich letztlich dazu entschieden habe, sie nicht an die neuen Vorschriften anzupassen und aus dem Sortiment zu nehmen. Das CMS darf jedoch weiterhin eingesetzt werden. Im Handel eine neue Maschine zu finden, dürfte aber inzwischen schwierig sein.
Veröffentlichung: 12. Februar 2026 / Ausgabe 7/2026
Langloch-Bohrmaschine. Einer der Klassiker im Maschinenpark der Holzbearbeitung steht heute meist nicht mehr im Zentrum der Betrachtung. Aber die Langloch-Bohrmaschine leistet nach wie vor gute Dienste, weshalb auch Schreiner Leo Arnold erst kürzlich eine neue gekauft hat.
mehr
SCHLAGBOHRHÄMMER. Schlagbohrhämmer gehören auf Montage zur zentralen Grundausrüstung. Die neuesten Modelle bieten nebst moderner Ergonomie und Funktionalität bewährte Leistung und Dauerhaftigkeit.
mehr
PaidPost. Die neue «Stream B MDS 2.0» von Biesse ermöglicht mit ihrer neuen Kantenanleimtechnologie flexible Losgrösse-1 Produktion und maximaler Leistungsfähigkeit mit bis zu 1'200 Platten pro Schicht.
mehr