Kreisrunde Wasserquelle


Der Wasserspender steht in der Rehaklinik Schloss Mammern TG. Bild: Schlatter Innenausbau GmbH


Der Wasserspender steht in der Rehaklinik Schloss Mammern TG. Bild: Schlatter Innenausbau GmbH
Wasserspender wirken meistens wie anonyme Kunststoffobjekte, die man am liebsten in die Ecke stellt. Dass sich ein solcher Alltagsgegenstand allerdings auch elegant und zeitlos gestalten lässt, zeigt ein Modell in der Klinik Schloss Mammern TG: Der für die Wandelhalle entstandene Wasserspender ist mehr als ein reines Funktionsobjekt, er wurde als markantes Gestaltungselement in die Architektur integriert und von der Schlatter Innenausbau GmbH in Steinmaur ZH realisiert. «Das runde Design und die vertikalen Rillen waren architektonisch vorgegeben. Auch der Radius war weitgehend definiert, da die Steinabdeckung eine bestimmte Grösse aufweisen musste», sagt Philipp Schlatter, stellvertretender Geschäftsführer der Firma. In den massiven Stein aus Calacatta Oro, einem italienischen Marmor, wurden Wasserentnahme, Aufnahme und Abwurf für die Becher integriert sowie ein Ablaufbecken aufwendig hineingeschliffen. Der weisse, von grauen Adern durchzogene monolithische Stein schliesst bündig mit der Unterkonstruktion ab. Die übergangslose Ausführung erforderte höchste Präzision bei Planung und Fertigung.
«Die konstruktive Herausforderung lag vor allem beim hohen Gewicht des zwölf Zentimeter dicken Steins und der kreisrunden Geometrie. Anders als bei linearen Möbeln gab es keine Stellen, an denen Massabweichungen ausgeglichen werden konnten», sagt Schlatter. Sämtliche Fugen, Nuten und Stege mussten über den gesamten Umfang exakt gleichmässig verlaufen. «Bereits geringe Abweichungen hätten sich über den Radius fortgesetzt und wären unmittelbar sichtbar geworden.» Entsprechend musste die Konstruktion auf den Millimeter genau gefertigt werden.
Im Inneren besteht das Möbel aus einer tragenden Unterkonstruktion, die direkt auf dem Boden aufliegt und das hohe Gewicht der Natursteinplatte sicher aufnimmt. Die sichtbare Verkleidung besteht aus zwei Lagen. Als Träger diente eine dünne Platte aus vier Furnierlagen, bei denen die Holzrichtung vertikal verläuft. Dadurch liess sich der gewünschte Radius mit genügend Flexibilität ausbilden. «Die äussere Schicht mit den Lamellen frästen wir vorgängig aus einer Massivholzplatte und klebten diese anschliessend auf die Trägerplatte.» Dabei musste im Grund zwei Millimeter Material stehen bleiben, um die Stabilität der Oberfläche trotz der tiefen Fräsungen sicherzustellen. In extra angefertigten Schablonen wurden die Teile dann in Form verleimt. Entscheidend war dabei die Formstabilität: Nach dem Verpressen mit PU-Klebstoff durfte sich das Material nicht mehr zurückverformen. Die Schablonen wurden deshalb ohne Toleranz gefertigt, um den definierten Durchmesser exakt einzuhalten.
Die runde Hülle aus dunkel gebeiztem und lackiertem Eichenholz setzt sich aus einzelnen Segmenten zusammen, die als Türen und Festteile ausgebildet wurden. Die Türfugen sind bewusst kaum sichtbar, sodass die geschlossene Kreisform optisch erhalten bleibt. Hinter den Türen befinden sich die technischen Installationen sowie der Zugang für Service- und Wartungsarbeiten. Auch der Becherspender und der Abwurf für gebrauchte Becher wurden unsichtbar in die Konstruktion integriert.
Veröffentlichung: 18. Juni 2026 / Ausgabe 25/2026
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