Neue Perspektiven fürs Möbelhaus

Arne Stock (links) und Simon Feldmer präsentierten die «Superwohnstudie Deutschland».

Möbel Schweiz.  Am Montag traf sich die Möbelbranche zum siebten Weiterbildungsanlass im Kongresszentrum der Bernexpo. Dabei fragte sich der Branchenverband Möbel Schweiz, was morgen noch zählt, und machte sich auf die Suche nach neuen Perspektiven und Werten.

Der Preiszerfall ist kaum aufzuhalten, die Konkurrenz im nahen Ausland wächst, und das Internet macht dem Möbelhaus den Garaus. Die Sorgen der Schweizer Möbelbranche sind nicht von der Hand zu weisen und doch – es gibt Chancen, dieser Schwarzmalerei mit einem bunten Strauss neuer Ansätze entgegenzuwirken. Am traditionellen Weiterbildungsanlass des Branchenverbands Möbel Schweiz in Bern wurden den knapp 50 Teilnehmenden in vier Referaten neue Horizonte eröffnet und mögliche Auswege aus dem Dilemma aufgezeigt.

Eine aussterbende Rasse

Am Ende des Nachmittages war eines klar: Auf einen Onlineauftritt kann kein Möbelhaus oder -händler mehr verzichten. Kunden, die nur offline nach Möbeln suchen und diese ausschliesslich im Laden kaufen, gibt es bald nicht mehr. Laut der gross angelegten «Superwohnstudie Deutschland» macht diese Gruppe gerade noch vier Prozent aus. Lanciert wurde die Studie von den beiden Deutschen Simon Feldmer, Chefredaktor von Inside Wohnen, und Arne Stock, Vorstand vom moebel.de Einrichten & Wohnen AG. In ihrem Referat erklärten sie, wie die Kunden Möbelhäuser wahrnehmen, wo sie sich für den Möbelkauf inspirieren lassen und welche Faktoren den Kaufentscheid beeinflussen. Ihr Fazit: Das Möbelhaus ist noch kein Auslaufmodell, doch der Kunde muss auf allen Kanälen abgeholt werden.

Auch Martin Hotz, Mitinhaber des Unternehmens Fuhrer & Hotz, welches sich auf Beratungen im Retailgeschäft spezialisiert hat, sieht die Chance in der Nähe zum Kunden: «Trotz oder Dank der Digitalisierung werden die individuellen Bedürfnisse der Menschen immer wichtiger. Diese gilt es abzuholen.» So müsse man im Verkauf immer agil bleiben und die ausgetrampelten Wege verlassen. Auch das Verkaufspersonal müsse umgeschult werden, da es immer häufiger Serviceaufgaben wie das Entgegennehmen von Reklamationen und Beschwerden bewältigen müsse, erläutert Martin Hotz weiter.

Echte Erlebnisse und Kreisläufe

Die Trendexpertin Birgit Gebhardt gewährte einen Blick in das smarte Zuhause der Zukunft: «Je digitaler wir leben, umso wichtiger werden uns echte Erlebnisse.» Im Verkauf sollte man darum die Interaktion mit dem Kunden in den Fokus rücken. Möbel könnten zum Beispiel so platziert werden, dass für ihn spannende Räume entstehen.

Ganz neue Wege schlug Christian Meier vor. Er ist Projektleiter Kreislaufwirtschaft bei der Umweltorganisation Pusch. In seinen Augen ist «Abfall ein Designfehler», denn die Ressourcen werden über kurz oder lang knapp. Neue Modelle wie das Vermieten von Möbeln sind gefragt. Nur so bekommt der Hersteller seine Rohstoffe zurück und kann sie wiederverwerten.

www.moebelschweiz.ch

IDS

Veröffentlichung: 06. Februar 2020 / Ausgabe 6/2020

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