Offen sein für Neues


«Ich sehe der Zukunft der Schreinerbranche positiv entgegen»: Anita Luginbühl, Vize-präsidentin des VSSM. Bild: Patrik Ettlin


«Ich sehe der Zukunft der Schreinerbranche positiv entgegen»: Anita Luginbühl, Vize-präsidentin des VSSM. Bild: Patrik Ettlin
Jahreswechsel. Ein aufregendes Jahr ist zu Ende gegangen, in dem auch gesellschaftlich einiges in Bewegung geraten ist. Anita Luginbühl, die erste Vizepräsidentin in der Geschichte des VSSM, schaut zurück und wagt einen Blick auf die Herausforderungen, die den Verband erwarten.
Anita Luginbühl: Es ist sicher nicht schlecht, dass dem Thema Gleichstellung von Frau und Mann viel Aufmerksamkeit gewidmet worden ist. Doch wenn Sie den Frauenstreik ansprechen, muss ich das aus der Sicht der Unternehmerin schon auch kritisch bewerten. Viel Neues hat die Frauenbewegung nicht aufs Tapet gebracht. Doch wir lernen aus dem Frauenstreik und aus anderen Bewegungen im vergangenen Jahr, dass sich im Moment für gewisse Themen sehr grosse Massen mobilisieren lassen. Das ist eine Realität, und das muss man ernst nehmen. Wir müssen genau hinhören, was die Frauen auf der Strasse gefordert haben, aber wir müssen nicht alles auf den Kopf stellen, nur weil es im Juni einen Frauenstreik gegeben hat.
Eindeutig, doch damit ist noch keiner Frau geholfen. Wichtig ist, dass in den Köpfen ein Umdenken stattfindet, und das kann man nicht erzwingen. Nehmen wir die Schreinerbranche: Im traditionellen Handwerk sind aus der Geschichte heraus viel mehr Männer als Frauen tätig. Und so haben es vielleicht die Frauen auch etwas schwerer, Fuss zu fassen. Doch sie können es, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es ganz normal ist, dass Frauen den Schreinerberuf erlernen. Im Unternehmen, in dem ich tätig bin, bilden wir drei Lernende aus, zwei davon sind Frauen. Selbstverständlich ist überhaupt nicht zu beobachten, dass sich Frauen für den Schreinerberuf weniger gut eignen würden als Männer. Eine unserer Lernenden hat sich gerade vor Kurzem für die Ausscheidungen zu den Swiss Skills qualifiziert. Darauf sind wir sehr, sehr stolz.
Also sind vor allem Politik und Sozialpartner gefragt?
Der Beruf wird sich weiter vom Hobel- und Späne-Image entfernen, die Digitalisierung wird voranschreiten. Die Betriebe werden anders aussehen als noch vor einigen Jahren. Die Frage, die man sich dabei stellen muss: Ist das schlecht? Maschinen und Computer einzusetzen, heisst ja nicht zwingend, dass weniger Leute beschäftigt werden. Die moderne Technik macht den Beruf attraktiv für junge Leute. Ich sehe der Zukunft der Branche zuversichtlich entgegen. Doch es wird sich einiges ändern.
Anita Luginbühl (59) ist Mitinhaberin und Geschäftsleitungsmitglied der Schreinerei Luag Luginbühl AG in Krattigen BE mit 17 Mitarbeitenden. Seit 2014 ist sie im VSSM-Zentralvorstand vertreten, seit 2018 ist sie als erste Frau der Verbandsgeschichte Vizepräsidentin. Darüber hinaus war Anita Luginbühl zehn Jahre lang für die BDP im Berner Kantonsparlament aktiv. Ende Januar gibt sie dieses Mandat ab.
www.luag.chVeröffentlichung: 09. Januar 2020 / Ausgabe 1-2/2020
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