«Richtig eingesetzt, sind sie genial»

Der Montagebetrieb hat zurzeit einen VW ID Buzz in seinem Fuhrpark.

Nachgefragt.  Für die Montagefirma AM GmbH in Embrach ZH hat sich das Elektrofahrzeug gelohnt dank tieferer Kilometerkosten, minimalen Serviceaufwands und zufriedener Monteure. Herausforderungen bleiben beim Laden der Batterien und auf längeren Strecken bestehen.

Vor drei Jahren entschied sich Ruedi Amsler (Bild), Geschäftsführer der AM GmbH, einen VW ID Buzz anzuschaffen. Rückblickend erzählt er von seinen Praxiserfahrungen.

Schreinerzeitung: Hat sich das Elektrofahrzeug für Sie gelohnt?
Ruedi Amsler: Grundsätzlich auf jeden Fall. Von den Kosten her, aber auch für den Monteur, der das Fahrzeug nutzt, hat es bis anhin nur Vorteile. Der Kilometerpreis mit Elektro ist schon viel günstiger. Wenn man noch bedenkt, dass kaum noch Servicekosten anfallen, spart man einiges.
Was heisst das in Zahlen?
Bei einem Strompreis von etwa 28 Rappen pro Kilowattstunde sparen wir mit dem Elektrofahrzeug gegenüber einem Dieselfahrzeug rund acht Franken pro 100 Kilometer, also perfekt von den Betriebskosten her.
Das tönt positiv. Gibt es auch Herausforderungen beim Einsatz des Fahrzeugs?
Das Problem ist sicherlich das Laden. Die zwei Monteure, die das Fahrzeug nutzen, laden es jeweils bei uns im Betrieb, was so prima funktioniert. Nimmt ein Arbeiter das Fahrzeug jedoch nach Hause, stellt sich rasch die Frage, wo er «tanken» soll. Zudem ist das Aufladen an öffentlichen Stationen sehr teuer geworden; dazu sind verschiedene Zahlsysteme vorhanden, was den Prozess ziemlich mühsam macht.
Demnach spielt Ihrer Meinung nach die Betriebsstruktur eine Rolle?
Richtig eingesetzt, sind Elektrofahrzeuge genial. Für viele Betriebe, die in der Stadt herumkurven und ihre Autos im Betrieb laden können, ist es sicherlich eine sinnvolle und rentable Lösung, auch wenn die Investitionskosten höher sind.
Wird der Stromer dann auch für weitere Strecken eingesetzt?
Nein, der ist hauptsächlich regional unterwegs. Damit machen wir etwa 15 000 Kilometer im Jahr. Das Problem ist, dass man mit dem Auto zum Beispiel für die Fahrt ins Bündnerland unterwegs aufladen muss – was dann bei einem Schnelllader rund 20 bis 25 Minuten dauert.
Planen Sie trotzdem, weitere Elektrofahrzeuge anzuschaffen?
Im Moment müssen keine Fahrzeuge ersetzt werden. Ob wir diese dann durch Elektrofahrzeuge ersetzen werden, ist jetzt noch nicht klar.
Wie sind Sie sonst mit dem Fahrzeug zufrieden?
Der ID Buzz ist sicherlich ein cooles Fahrzeug und mit rund 300 Kilometern Reichweite praktisch für die Region. Auch wenn der Platz für den Monteur eher knapp bemessen ist, genügt er in der Praxis: In rund 80 Prozent der Fälle ist das Fahrzeug kaum beladen, da das Werkzeug auf der Baustelle bleibt.

www.am-gmbh.ch

Michi Läuchli

Veröffentlichung: 05. März 2026 / Ausgabe 10/2026

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