Sägen in allen Formen


Die Balance der Maschine spielt insbesondere beim Arbeiten mit dem Sägeblatt nach oben eine Rolle. Bild: Makita


Die Balance der Maschine spielt insbesondere beim Arbeiten mit dem Sägeblatt nach oben eine Rolle. Bild: Makita
Elektrowerkzeuge. Moderne Stichsägen sind mit zahlreichen Funktionen ausgerüstet, welche das Arbeiten erleichtern. In einer grossen Übersicht zeigt die SchreinerZeitung die aktuellsten Modelle von verschiedenen Herstellern mit Kabelanschluss und Akku.
Wer erinnert sich noch an den ersten Tag auf der Baustelle während der Schreinerlehre, wo der erfahrene Monteur die Stichsäge mit dem Sägeblatt nach oben mit einer Leichtigkeit exakt dem Riss entlang führt und so die Blende genau einpasst? Und daran, wie man es das erste Mal selber versuchen musste und es nicht ganz so elegant aussah?
Präzises Arbeiten mit der Stichsäge erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Die heutigen Geräte sind aber mittlerweile mit zahlreichen Details ausgestattet, welche die Handhabung erleichtern und die Präzision verbessern. Kein Vergleich zur «Scintilla», der ersten Stichsäge, die vor über 70 Jahren erfunden wurde. Notabene von einem Schweizer: Albert Kaufmann muss die Idee wohl beim Betrachten einer Nähmaschine eingefallen sein, und schon bald stellte er die erste Dekupiersäge her.
Der Schritt zur Stichsäge war schnell gemacht, und im Jahr 1944 meldete Kaufmann mit der Scintilla AG «ein Handgerät mit motorischem Antrieb eines damit verbundenen, periodisch wechselnd hin und her bewegten Werkzeuges, bei dem die Antriebskraft eines im Gerät eingebauten Motors gleichzeitig Werkzeug und eine Schwingungsausgleichsmasse in periodisch wechselnde, einander entgegengesetzt gerichtete Hubbewegungen versetzt» zum Patent an. Das Maschinengehäuse bestand damals noch komplett aus Metall, und das Sägeblatt verfügte noch über keinen Pendelhub.
Das Gehäuse moderner Stichsägen besteht grösstenteils aus Kunststoff und ist in seiner Form optimiert. Die Maschinen sind dadurch leichter geworden, liegen besser in der Hand und weisen geringere Vibrationswerte (Schwingungsemissionswerte) auf. Allerdings gilt hier, wie bei fast jedem Elektrowerkzeug: Man muss die Maschine halten, um zu überprüfen, ob sie gut in der Hand liegt. Insbesondere hält sie nicht jeder Handwerker gleich, wenn er sie mit dem Blatt nach oben führt. Dabei sollte darauf geachtet werden, ob der Ein-/Ausschalter nicht stört oder ständig aus Versehen bedient wird. Dies kommt insbesondere beim Führen der Maschine mit der linken Hand vor.
Stufenlose Hubzahlverstellung, drei oder sogar vier verschiedene Pendelstufen und ein Schnellwechselverschluss für das Sägeblatt gehören mittlerweile zum Standard bei praktisch jeder Stichsäge. Dies erlaubt ein schnelles Einstellen und Wechseln des Blattes für das Sägen von unterschiedlichsten Werkstoffen. Einige Modelle sind zudem mit einer zuschaltbaren Späneabblasung und einer LED-Leuchte ausgestattet. Beim Arbeiten mit dem Blatt nach unten bleibt so der Riss selbst bei schlechten Lichtverhältnissen immer sichtbar.
Selbstverständlich sind Akkus auch bei Stichsägen ein Thema, allerdings bieten noch nicht alle Hersteller ein netzunabhängiges Modell an. In den nächsten Jahren wollen aber auch weitere Hersteller eine Akku-Stichsäge auf den Markt bringen. Man habe sich im Moment schlicht auf die Entwicklung anderer Akku-Maschinen konzentriert, erklären sie. Zudem erhofft man sich, dass die Akkus bis dann noch leistungsfähiger und kleiner geworden sind. Denn insbesondere beim Sägen mit dem Blatt nach oben spürt man das Zusatzgewicht. Umso wichtiger ist es, dass die Maschine perfekt ausbalanciert ist und gut in der Hand liegt. Von Vorteil sind hier Akkus mit kleinerer Kapazität und geringerem Gewicht, dafür müssen sie öfter aufgeladen werden.
Darum verkauft man in Uetendorf BE bei der Immer AG nach wie vor mehr kabelgebundene Sägen als solche mit Akku. «Aber gerade im Küchenbereich oder bei Arbeiten auf dem Dach setzen mehr Handwerker auf eine Akku-Stichsäge», sagt Elektrowerkzeugexperte Peter Zaugg.
Wer sich für eine Akku-Stichsäge entscheidet, tut zudem gut daran, darauf zu achten, welche Stromtanks von welchem Hersteller bereits im Betrieb vorhanden sind. Allenfalls kann man diese auch für die Stichsäge gebrauchen. Dies hat den Vorteil, dass nicht ständig zwei verschiedene Ladege- räte und mehrere unterschiedliche Akkus mitgeführt werden müssen.
Auf den folgenden Seiten gibt es eine Übersicht über Stichsägen für Schreiner mit Kabelanschluss oder Akku.
Veröffentlichung: 20. Oktober 2016 / Ausgabe 42/2016
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