Schwarze Löcher schlucken Trittschall


Eine CNC-Maschine fräst Kuhlen in die Mehrschichtplatten. Die Löcher werden dann mit Sand gefüllt. Das reduziert den Trittschall. Bild: Empa


Eine CNC-Maschine fräst Kuhlen in die Mehrschichtplatten. Die Löcher werden dann mit Sand gefüllt. Das reduziert den Trittschall. Bild: Empa
Forschung. Ein Team der Materialprüfungsanstalt Empa hat eine Methode entwickelt, um Trittschall in Holzböden zu verringern. Dazu werden gezielt platzierte Ausfräsungen mit Sand befüllt.
Wer in einem Altbau mit Holzböden lebt, kennt das Problem: Auch wenn die Nachbarn von oben mit graziler Eleganz über den Boden gleiten, klingt es in der eigenen Wohnung, als hause man unter einer Kegelbahn. Selbst für modernste Holzgebäude ist Trittschall eine Herausforderung. Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa) sind aktuell daran, das Problem auf unkonventionelle Art zu lösen. Gemäss einer Mitteilung funktionieren aus Mehrschichtplatten herausgefräste Kuhlen oder Löcher, die anschliessend mit Sand gefüllt werden, als eine Art Dämpfer. Diese neutralisieren die Schallschwingungen und vermindern damit den Trittschall.
Die Wirkung solcher schallschluckender «Schwarzer Löcher» ist seit Längerem in der Theorie bekannt. Den Empa-Forschenden ist es nun gelungen, Form, Lage und Grösse der Ausfräsungen einerseits am Comupter zu berechnen und andererseits mit CNC-Technik in die Tat umzusetzen. Erst heutige Computer erlauben die Modellierung schallschluckender Löcher. Vor zehn Jahren sei dies noch nicht möglich gewesen. Die Empa spricht von einer «Weltneuheit in der Schalldämmung».
Stefan Hilzinger
Veröffentlichung: 24. Mai 2022
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