Thuner Fensterbauer gibt auf


Die Ruchti Aerni AG eröffnete 2011 in der mazedonischen Hauptstadt Skopje ein Werk, um konkurrenzfähig zu bleiben. Bild: Ruchti Aerni AG


Die Ruchti Aerni AG eröffnete 2011 in der mazedonischen Hauptstadt Skopje ein Werk, um konkurrenzfähig zu bleiben. Bild: Ruchti Aerni AG
Konkurs. Ein nächster Knall erschüttert die Fensterbranche. Nachdem vergangene Woche die Swisswindows AG ihr Aus bekanntgeben musste, meldet nun ein zweiter Schweizer Fensterbauer den Konkurs an.
Die Schweizer Fensterbranche steckt tief in der Krise. Innert kürzester Zeit mussten zwei der grossen Fensterbauunternehmen Konkurs anmelden. Nach der Swisswindows AG aus Mörschwil SG gibt nun auch die Ruchti Aerni AG mit Hauptsitz in Gwatt bei Thun BE auf.
220 Angestellte verlieren dabei ihre Stelle. Auf Anfrage sagte das Geschäftsleitungsmitglied Kristina Wessely, dass am Hauptsitz in Thun-Gwatt 65 Angestellte betroffen seien, in Arisdorf BL 41 und in Oberriet SG 17. In der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje seien es etwas über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. «Daniel Ruchti und ich sind tief traurig, dass nichts mehr zu retten war. Es sind Tränen zusammen mit den Angestellten geflossen. Trotz allem sind wir glücklich, dass wir mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Guten auseinander gehen», sagt Wessely weiter. Daniel Ruchti sei es ein grosses Anliegen gewesen, allen Mitarbeitenden den letzten Lohn und alle Sozialleistungen fristgerecht zahlen zu können. Für die sechs Lernenden sei eine Anschlusslösung in Aussicht. Auch hätten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits Jobaussichten, sagt Wessely weiter. Andere Fenster- und Metallbauunternehmen hätten zudem Interesse an der Übernahme von Angestellten angemeldet.
Als Grund für die Schliessung gibt die Ruchti Aerni AG in einer Mitteilung den stark defizitären Preiskampf im Bereich Kunststoff-Fenster an. Im Fensterbau seien die professionellen Bauträger immer weniger bereit, Dienstleistungen angemessen zu bezahlen. Firmenchef und Inhaber Daniel Ruchti geht laut der Mitteilung davon aus, dass sich der Fensterbau in Europa künftig auf grosse, europäisch agierende Produzenten beschränkt. Lokal ansässige Fensterbauer dürften immer mehr Schwierigkeiten bekommen, die Kosten zu decken.
Dass Daniel Ruchti nicht einfach aufgibt, ohne alles probiert zu haben, zeigt auch seine Expansion nach Mazedonien. Die Ruchti Aerni AG eröffnete bereits 2011 eine Fensterproduktion in Skopje, um die Kosten zu reduzieren und konkurrenzfähig zu bleiben (die SZ berichtete). Bis zuletzt hat Ruchti gehofft, einen Investor zu finden. Doch die Defizite in der Fensterbauspart seien zu hoch gewesen, um diese mit den Gewinnen in der Metallbausparte ausgleichen können.
Die Schweizer Fensterbranche hat schon seit einigen Jahren mit diversen Problemen zu kämpfen. Weiter Informationen und Berichte zum Thema finden sich in diesem Dossier.
ids
Veröffentlichung: 03. März 2020
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