Unsichtbares Zutrittssystem

Prototyp: Nur Eingeweihte wissen, dass der Zugangscode auf der Folie am Türscharnier eingegeben werden muss. Bild: Empa

Türschloss. Die Empa präsentiert eine Tür, deren Schlüsselloch unsichtbar ist. Nur wer weiss, an welcher Stelle die transparente Folie für die Codeeingabe angebracht ist, erhält Zutritt.

Eine Person steht vor verriegelter Tür. Sie tippt an einer nicht markierten Stelle mehrmals auf das Türblatt und die Pforte öffnet sich. Kein Schlüssel, keine Keycard und auch kein Fingerabdruck sind dafür nötig.

Gedruckte, transparente Elektronik

Was wie eine Szene aus einem Spionagefilm anmutet, ist nun Realität. Vergangene Woche präsentierte die Materialprüfungsanstalt Empa in Dübendorf ZH ein unsichtbares Zutrittssystem aus gedruckter, transparenter Elektronik. Die Idee stammt von der Forscherin Evgeniia Gilshtein. Sie entwickelte ein transparentes Trägermaterial, ähnlich einer Klarsichtfolie, auf welches unsichtbare Schaltflächen gedruckt sind. Wo sich diese Flächen befinden, wissen nur Eingeweihte, denn sie sind von Auge nicht erkennbar, schreibt die Empa in einer Mitteilung. Derartige Schaltungen können beispielsweise als Zugangscode mit einem Türschloss verbunden werden. Werden die Schaltflächen auf der Polymerfolie mit dem Finger in einer festgelegten Sequenz berührt, lässt sich das Türschloss öffnen.

Die Sensor-Flächen lassen sich an geeigneten Stellen platzieren, etwa auf das Türscharnier, wie beim ersten Prototyp. Gilshtein sagt dazu: «Die Schaltungen lassen sich aber ebenso gut auf einer Glasscheibe oder einem geschwungenen Türgriff positionieren.» Die Folie ist zudem mit einem Display gekoppelt, welches anzeigt, ob der Code korrekt eingegeben wurde. Die Anzahl der Sensoren auf der Folie lasse sich beliebig erhöhen, erklärt sie weiter.

Für Banken oder Spitäler

Erste Versuche in diese Richtung wurden schon vor einiger Zeit gemacht. Nun sei es dem Forschungsteam des «Thin Films and Photovoltaics» Labors der Empa aber erstmals gelungen, die metallhaltige Nanopartikel-Tinte transparenter und leitfähiger zu machen, schreibt die Anstalt weiter. Das unsichtbare Türschloss sei nur eine von vielen Anwendungen dieser Technologie, die man nun vorantreiben wolle. Die durchsichtige Sicherheitsfolie könne beispielsweise in Banken oder Spitälern, aber auch für Privatwohnungen eingesetzt werden.

Isabelle Spengler

www.empa.ch

Veröffentlichung: 22. März 2021

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