Wächter über die Kinderbücher

Der Kopf des Drachens ragt gute 2,5 Meter in die Höhe. Bild: Christoph Lerch

Spielgerät. Der Schreiner Christoph Lerch dufte für eine Bibliothek in Basel ein mächtiges Maskottchen erschaffen. Entstanden ist ein fast sieben Meter langer Drachen.

Drachen haben seit je her die Fantasie von kleinen und grossen Kindern angeregt und sie mit ihren wilden Geschichten verzaubert. Ein solcher grüner und mächtiger Drache versetzt auch die Besucherinnen und Besucher der Bibliothek Gundeldingen in der Stadt Basel ins Staunen. Er hat sich dort Ende März, inmitten der Bücherregale, niedergelassen.

Erschaffen wurde das fast sieben Meter lange und zweieinhalb Meter hohe Fabelwesen von Christoph Lerch, der 450 Arbeitsstunden in das Tier investierte. Er entstand im Zuge der Gesamtrenovation der Kinderwelt in der Bibliothekenfiliale. «Eine solche Arbeit, darf man wahrscheinlich nur einmal im Leben machen», sagt der Schreiner aus Bischofszell im Kanton Thurgau.

Das Modell hat überzeugt

Der Architekt sei mit einer sehr vagen Vorstellung auf ihn zugekommen, sagt Lerch. Nach einigem Hin und Her habe er sich dann dazu entschieden, ein Modell im Verhältnis von 1:10 des Drachens anzufertigen und sei damit nach Basel gereist. «Kaum stand das Tier dort auf dem Tisch, waren die Verantwortlichen Feuer und Flamme dafür», erinnert sich Lerch zurück.

Oberflächenbehandlung gibt Holzart vor

Anfangs war die Idee, dass der Drache deckend mit Ölfarbe gemalt werden soll. Doch später entschieden sich die Verantwortlichen um: Die Maserung des Holzes sollte noch zu sehen sein.  So musste Lerch seine Holzwahl, geplant war Buchenholz, nochmals überdenken. Denn nach Versuchen mit der Öllasur auf der Buche war schnell klar, dass sich dieses Holz nicht für eine solche Oberflächenbehandlung eignet: «Sie hat sich sehr unschön verfärbt und die Jahrringe nahmen die Farbe nicht überall gleich gut auf. Ich machte darum neue Versuche mit anderen Hölzern. Am besten war das Ergebnis bei der Birke», erzählt Lerch.

Mit Begeisterung für den Drachenmann

Die Arbeit habe ihm grosse Freude bereitet und alle Partner, die er dazu herbeizog, seien mit der gleichen Begeisterung dabei gewesen, sagt Lerch. So habe beispielsweise die KT Color AG aus Uster eigens für ihn Öllasuren hergestellt, obwohl sie solche nicht im Sortiment haben. Auch die CNC-Programmierer von der Holzbau Firma Blumer Lehmann AG seien mit viel Elan hinter die Sache gegangen. Sie haben Lerch die Schrägschnitte an den Körpersegmenten mit 17,5 Grad geschnitten und Lerch dann auch den liebevollen Spitznamen «Drachenmann» verpasst.

Ende der Schonfrist

Kurz nach dem Lockdown hat Lerch den 800 Kilogramm schweren Drachen in der geschlossenen Bibliothek aufgebaut. Nun ist die Schonfrist für das gutmütige Tier aber zu Ende. Seit dem 11. Mai ist die Bibliothek wieder offen und der Drache lädt zum Klettern und zum vertieften Lesen in der Lesehöhle unter seinen Flügeln ein.

ids

www.mond-holz.ch
www.stadtbibliothekbasel.ch
www.ktcolor.ch 
www.lehmann-gruppe.ch

Veröffentlichung: 26. Mai 2020

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