Widerstandsfähige Eschen fördern


Gut zu erkennen: eine Esche mit einem kranken Trieb. Bild: Valentin Queloz (WSL)


Gut zu erkennen: eine Esche mit einem kranken Trieb. Bild: Valentin Queloz (WSL)
Forstwirtschaft. Das Triebsterben gefährdet die Eschenbestände in der Schweiz und in vielen Ländern Mitteleuropas. Wie die auch für Schreiner wertvolle Baumart gerettet werden kann, diskutierten Expertinnen und Experten.
Nach dem Sturm Lothar vor gut zwanzig Jahren befürchtete man noch, die hiesigen Wälder würden von Eschen überwuchert, denn der zweithäufigste Laubbaum der Schweiz machte sich auf vielen Windwurflächen breit. Doch von einer «Vereschung» kann keine Rede sein, wie an der Tagung «Zukunft der Esche» an der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) Ende November zu erfahren waren. Heute lautet die Kernfrage, ob die Eschenbestände noch zu retten sind. Krankheiten und Schädlingen bedrohen die Baumart, deren Holz auch für Schreiner von Bedeutung ist.
Die aktuelle grösste Bedrohung geht von einem Pilz namens «Falsches Weisses Stängelbecherchen» aus, der das bekannte Eschentriebsterben auslöst. Während ältere Eschen dem Pilz lange wiederstehen können, sterben Jungbäume oft innert weniger Jahre ab. Sie verlieren ihre Blätter, Triebe sterben ab, die Krone lichtet sich. Verletzungen im unteren Bereich des Stammes werden zu Eintrittspforten für andere Schadorganismen.
Laut einer Mitteilung des WSL besteht nun aber Hoffnung, weil in ganz Mitteleuropa ein Teil der Bäume tolerant gegen das Eschentriebsterben ist. Diese Bäume, so appelieren die Forscherinnen und Forscher, gelte es zu erhalten, damit sich aus ihnen auf lange Frist eine tolerante Population entwickeln kann. Mit Hilfe der Forschung sollte es gelingen, in 15 bis 20 Jahre aus resistenten Elterbäume Samen zu gewinnen, so etwa der Ansatz in Österreich. Die WSL forscht ausserdem an Viren, mit denen die Pilze bekämpft werden könnten. Wieder andere Forscher suchen nach Ersatzbaumarten, die in einem «Worst-Case-Szenario» an die Stelle des Baumes treten könnten.
Ausser dem Triebsterben bedroht auch der asiatische Eschenprachtkäfer die Baumart. Der Käfer hat sich bereits in den USA, im Westen Russlands und in der Ukraine etabliert. In der Schweiz und Mitteleuropa gelte es dank Vorsichtsmassnahmen eine Einschleppung zu verhindert. Zudem gebe es Anzeichen, dass Bäume, die tolerant gegen die Triebwelke sind, den Käfer besser in Schach halten können.
Stefan Hilzinger
Veröffentlichung: 30. November 2021
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