Zurück in neuen Räumen


Nach drei Jahren endlich wieder dem fachkundigen Publikum begegnen: Die 11. Ausgabe von Neue Räume wurde rege besucht. Bild: Christian Härtel


Nach drei Jahren endlich wieder dem fachkundigen Publikum begegnen: Die 11. Ausgabe von Neue Räume wurde rege besucht. Bild: Christian Härtel
Neue Räume. International ist die Messe Neue Räume in Zürich Oerlikon zwar auch. Vor allem aber ist die Designveranstaltung eine Plattform für Schweizer Möbelproduzenten und Schreiner. Diese haben die Möglichkeit der Präsentation vor Ort genutzt und waren zahlreich vertreten.
Es ist die eindrückliche Kulisse der Halle 550 in Zürich Oerlikon, in die das designinteressierte Publikum mit Öffnung der Türen am 15. bis 18. September strömte. Drei Jahre war Pause in der alten, aber frisch sanierten Produktionsstätte der ABB, bis die wichtige Schweizer Designmöbel-Messe zum 11. Mal durchgeführt werden konnte. Kuratiert wurde sie wiederum vom Zürcher Architekturbüro Stefan Zwicky. Sein Resümee: Die Stimmung sei ausgelassen gewesen und er habe von den Ausstellern gute Rückmeldungen über die Qualität der Kontakte erhalten.
Genaue Angaben über die Anzahl der Besucherinnen und Besucher waren bis Redaktionsschluss nicht zu bekommen. Aber: «Es waren in etwa so viele wie 2019», sagt Zwicky. Das wären rund 12 000. Seitens der Ausstellenden sind es über 100 gewesen. Ein Hingucker war die Sonderschau der Bündner Gruppe Mobiglias. Gezeigt wurden ausgezeichnete Arbeiten eines Designwettbewerbes, bei dem Gestalterinnen und Gestalter mit Schreinereien aus Graubünden zusammenspannten.
Eine neue Kollektion an Kastenmöbeln mit Rollfronten zeigte die Manufaktur Wogg. Insgesamt sechs Modelle in drei Farben vom Sideboard bis zum Garderobenschrank stehen zur Auswahl. Prägende Besonderheit des Entwurfes sind die Rollfronten aus einem Aluminiumprofil. Die einzelnen Lamellen sind mit einem eingeschobenen Gummiprofil miteinander verbunden.
Bäder, Küchen, Möbel oder Architekturanwendungen – bei Dade-Design dreht sich alles um Beton. Dabei muten die feinen, gewachsten Oberflächen eher wie ein geschliffener Stein an. Grosses Thema derzeit für die Gestalter in Beton sind aber Strukturen von Oberflächen.
Das mittels speziellem Einschneideverfahren biegsame Material Dukta sorgte von Anfang an für Aufmerksamkeit. Nach Projekten im Innenausbau zeigte das Unternehmen nun Sitzmöbel mit flexibel schwingenden Eigenschaften.
Die Bündner Gruppe Mobiglias zeigte zehn ausgezeichnete Arbeiten eines Design-Wettbewerbes. Diese wurden von einer Jury aus 44 eingereichten Projekten ausgewählt. Als Publikumsmagnet der geräumigen Sonderschau entpuppte sich die Kinderschaukel «Macun» in Gestalt eines Steinbocks. Entworfen wurde der König der Alpen von der Designerin Sarah Khan. Der Bau des metallfreien Prototyps oblag der Schreinerei von Dalini Linard Müller in Susch GR. Ziel der Vereinigung Mobiglias ist die Förderung der Handwerkskunst, was zu gelingen scheint.
Veröffentlichung: 22. September 2022 / Ausgabe 38/2022
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