Als Reaktion auf die steigenden Rohstoffpreise hat sich die Vereinigung der öffentlichen Bauherren in der Schweiz bereit erklärt, einen Teil der höheren Materialkosten mitzutragen. Sie hat dazu kürzlich eine Empfehlung herausgegeben. In der Vereinigung, bekannt unter der Kurzbezeichnung KBOB, sind Bauträger wie Gemeinden, Kantone und Bund zusammengeschlossen.
Gemäss einem Bericht von Schweizer Radio und Fernsehen SRF kann dieser Schritt auch Auswirkungen auf private Bauprojekte haben. «Er ist für uns die Bestätigung, dass es keine Grundlage gibt, Materialmehrkosten nur einseitig dem Unternehmer zu belasten», wird im Bericht Bernhard Salzmann, stellvertretender Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbands, zitiert. Es gebe also Möglichkeiten, die Kosten auch auf die Bauherren zu überwälzen.
Praxis ist verloren gegangen
Laut Daniel Furrer vom VSSM (siehe Interview) ist es möglich, die Teuerungsaufrechnung gemäss KBOB auch in Werkverträge mit privaten Bauherren aufzunehmen. Damit kann der Unternehmer den Bauherrn an den Zusatzkosten mitbeteiligen und sich selber finanziell absichern. Eine solche Praxis ist übrigens nicht neu. Laut Daniel Furrer war es früher üblich, einen Teuerungspassus in Werksverträge reinzunehmen. In jüngerer Zeit sei dies aber verloren gegangen.
Veröffentlichung: 24. Juni 2021 / Ausgabe 26/2021
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